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# 2. Urheberrecht zu Gunsten einer natürlichen Person
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# 2. Urheberrecht zu Gunsten einer natürlichen
Revision [3721e68]
Bearbeitet am 2020-11-24 16:47:26 von legal98
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# 2. Urheberrecht zu Gunsten einer natürlichen

Im Gegensatz zu dem britischen Copyright, Designs and Patents Act von 1988<sup><a href="#fn1">[573]</a></sup> enthält das deutsche Urheberrechtsgesetz keine Bestimmung, die dem Programmierer eines Computerprogramms auch an dessen ohne menschliche Beteiligung generierten Output ein Urheberrecht gewährt.<sup><a href="#fn1">[574]</a></sup> Folglich kommt nur eine unmittelbare Urheberschaft an einem von einer Künstlichen Intelligenz produzierten Arbeitsergebnis zu Gunsten einer natürlichen Person in Betracht.
Laut einhelliger Ansicht steht der Einsatz von technischen Geräten zur Erstellung eines Erzeugnisses nicht automatisch dessen Urheberrechtsfähigkeit entgegen. Es ist anerkannt, dass der Einsatz entsprechender Hilfsmittel als menschlich-gestalterische Tätigkeit angesehen wird, so lange der menschliche Urheber auf sie steuernd einwirkt.<sup><a href="#fn1">[575]</a></sup> Für die Urheberrechtsfähigkeit kommt es somit zum einen darauf an, dass das verwendete Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Computerprogramm, lediglich als Werkzeug eingesetzt wurde.<sup><a href="#fn1">[576]</a></sup> Zum anderen ist insbesondere hinsichtlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz ausschlaggebend, wie hoch der menschliche Anteil an den gestalterischen Elementen ausfällt. Es gilt dabei zu beurteilen, wie viel menschliche gestalterische Einflussnahme erforderlich ist, damit ein durch beispielsweise Künstliche Intelligenz geschaffenes Erzeugnis noch der Urheberschaft des Anwenders zuzurechnen ist.<sup><a href="#fn1">[577]</a></sup> Für diese teils schwierige<sup><a href="#fn1">[578]</a></sup> Abgrenzungsfrage schlägt Lauber-Rönsberg eine „wertende Gesamtwürdigung“ des jeweiligen Einzelfalls vor.<sup><a href="#fn1">[579]</a></sup> Diesem Ansatz ist zuzustimmen, sodass eine menschliche Urheberschaft beispielsweise ausgeschlossen ist, wenn eine Künstliche Intelligenz alle wesentlichen Gestaltungsentscheidungen trifft<sup><a href="#fn1">[580]</a></sup> oder nach dem Einschalten ohne menschlich schöpferischen Beitrag autonom das Ergebnis produziert<sup><a href="#fn1">[581]</a></sup>.

Es besteht somit kein Urheberrecht an einem Erzeugnis zu Gunsten einer mit einer Künstlichen Intelligenz befassten Person, wenn die Künstliche Intelligenz das Erzeugnis selbstständig hergestellt hat, ohne dass die menschliche Person steuernd auf die gestalterischen Prozesse eingewirkt hat.<sup><a href="#fn1">[582]</a></sup>

**Fußnoten**

<div id="fn1">[573] Vgl. Section 9 (3) CDPA 1988: „In the case of a literary, dramatic, musical or artistic work which is computer-generated, the author shall be taken to be the person by whom the arrangements necessary for the creation of the work are undertaken.“; Section 178 CDPA 1988: „In this Part “computer-generated”, in relation to a work, means that the work is generated by computer in circumstances such that there is no human author of the work“.
<div id="fn1">[574] Hetmank/Lauber-Rönsberg, Künstliche Intelligenz – Herausforderungen für das Immaterialgüterrecht, GRUR 2018, 574, 577 f; Lauber-Rösenberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 249; Loewen-heim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 12; a.A. Weissthanner, Urheberrechtliche Probleme Neuer Musik. 1974, 75 ff; Butler, Comm. & Ent. L.J., 1981/82, 707, 739, 744 f, beide zitiert nach: Hetmank/Lauber-Rönsberg, Künstliche Intelligenz – Herausforderungen für das Immaterialgüterrecht, GRUR 2018, 574, 577.
<div id="fn1">[575] Bullinger, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 2 Rn. 16; Loewenheim, in: Schri-cker/Loewenheim Urheberrecht, § 2 Rn. 40; Schulze, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 2 Rn. 8. Hinsichtlich von Erzeugnissen, die durch den Einsatz von Zufallsgeneratoren geschaffen werden, wird hingegen die Ansicht vertreten, dass ein urheberrechtliches Werk durch die Auswahl des Menschen zwischen verschiedenen Versionen entsteht, Schulze, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 2 Rn. 8; a.A. Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247.
<div id="fn1">[576] Dornis, Der Schutz künstlicher Kreativität im Immaterialgüterrecht, GRUR 2019, 1252, 1255; Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247; Loewenheim, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 2 Rn. 40.
<div id="fn1">[577] Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247; Legner, Erzeugnisse Künstlicher Intelligenz im Urheberrecht, ZUM 2019, 807, 808; Ory/Sorge, Schöpfung durch Künstliche Intelligenz?, NJW 2019, 710, 711.
<div id="fn1">[578] Legner, Erzeugnisse Künstlicher Intelligenz im Urheberrecht, ZUM 2019, 807, 808
<div id="fn1">[579] Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247.
<div id="fn1">[580] Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247.
<div id="fn1">[581] Ory/Sorge, Schöpfung durch Künstliche Intelligenz?, NJW 2019, 710, 711.
<div id="fn1">[582] Lauber-Rönsberg, Autonome „Schöpfung“ – Urheberschaft und Schutzfähigkeit, GRUR 2019, 244, 247; Legner, Erzeugnisse Künstlicher Intelligenz im Urheberrecht, ZUM 2019, 807, 808; Loewenheim, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 2 Rn. 38; Ory/Sorge, Schöpfung durch Künstliche Intelligenz?, NJW 2019, 710, 711.
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Bearbeitet am 2020-11-13 10:04:03 von Frederike.Mohr
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