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Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheberrechtliches Werk.<sup><a href="#fn1">[16]</a></sup> Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.<sup><a href="#fn1">[17]</a></sup>
DELETIONS
Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk. Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.
Revision [6560654]
Bearbeitet am 2020-12-24 15:57:33 von Frederike.Mohr
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DELETIONS

Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk.<sup><a href="#fn1">[16]</a></sup> Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.<sup><a href="#fn1">[17]</a></sup>
Revision [7fe6ac4]
Bearbeitet am 2020-11-21 13:28:39 von legal98
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Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk.<sup><a href="#fn1">[16]</a></sup> Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.<sup><a href="#fn1">[17]</a></sup>
Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk. Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.
Urheberrechtlich geschützt sind entsprechend § 69a Abs. 3 UrhG Computerpro-gramme, wenn sie als individuelle Werke das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfung ihres Urhebers sind, wobei keine weiteren Anforderungen, insbe-sondere nicht qualitativer und ästhetischer Art, angewendet werden dürfen. Die Schutzvoraussetzungen lassen sich demnach in persönliche Schöpfung, geistiger Gehalt, Formgestaltung und Individualität untergliedern.<sup><a href="#fn1">[18]</a></sup>
Eine persönliche Schöpfung liegt nur vor, wenn das Computerprogramm das Ergebnis eines Schaffensprozess menschlicher Leistung darstellt.<sup><a href="#fn1">[19]</a></sup> Demnach sind Computerprogramme, die ohne menschliche Steuerung allein von Software-Generierungsprogrammen erstellt wurden, vom Urheberrechtsschutz ausgeschlossen.<sup><a href="#fn1">[20]</a></sup> Etwas anderes gilt hingegen für Computerprogramme, zu deren Erstellung andere Computerprogramme lediglich als technische Werkzeuge dienten (sog. Computer Aided Software-Engineering) bzw. für Computerpro-gramme, bei denen partiell andere Software als Bausteine verwendet wurden. Solche Computerprogramme können laut allgemeiner Ansicht das Erfordernis der persönlichen Schöpfung erfüllen.<sup><a href="#fn1">[21]</a></sup>
Die Voraussetzungen des geistigen Gehalts und der Formgestalt sind bei Com-puterprogrammen regelmäßig erfüllt.<sup><a href="#fn1">[22]</a></sup> Der geistige Gehalt fordert, dass im Werk der menschliche Geist zum Ausdruck kommen muss.<sup><a href="#fn1">[23]</a></sup> Bei Computerpro-grammen stellen die durch den Programmierer gefundene Problemlösung sowie die technisch-wissenschaftlichen Aussagen den geistigen Gehalt des Werkes dar.<sup><a href="#fn1">[24]</a></sup>
Die erforderliche Formgestaltung hingegen stellt darauf ab, ob das Werk durch die menschlichen Sinne wahrnehmbar ist. Unerheblich dabei ist, ob das Compu-terprogramm in schriftlicher oder in digitaler Form festgelegt wurde, oder ob zur Darstellung technische Hilfsmittel wie Computer mit Bildschirmen erforderlich sind.<sup><a href="#fn1">[25]</a></sup>
Als letzte Schutzvoraussetzung muss das Computerprogramm, als Ergebnis des individuellen Schaffens, dem individuellen Geist des Programmierers entspringen.<sup><a href="#fn1">[26]</a></sup> Es ist demnach ausschlaggebend, ob bzw. inwieweit der Urheber einen bestehenden Gestaltungsspielraum bei der Programmierung eigenpersönlich ausgenutzt hat.<sup><a href="#fn1">[27]</a></sup> Das geforderte Maß an Individualität wird dabei maßgeblich durch § 69a Abs. 3 S. 2 UrhG festgelegt,<sup><a href="#fn1">[28]</a></sup> wonach für die Beurteilung der Schutzfähigkeit eines Computerprogramms keine qualitativen und ästhetischen Kriterien berücksichtigt werden dürfen. Diese Regelung führt dazu, dass im Gegensatz zur früheren Rechtslage<sup><a href="#fn1">[29]</a></sup> aus heutiger Sicht als sog. kleine Münze bereits ein Minimum an Individualität für die Schutzfähigkeit von Computerprogrammen genügt.<sup><a href="#fn1">[30]</a></sup> Keinesfalls setzt die Schutzanforderung der Individualität eine statistische Einmaligkeit voraus.<sup><a href="#fn1">[31]</a></sup> Viel mehr ergibt sich bereits aus der amtlichen Begründung zu § 69a Abs. 3 UrhG, dass die urheberrechtliche Schutzfähigkeit von Computerprogrammen die Regel und die fehlende Schöp-fungshöhe die Ausnahme darstellt.<sup><a href="#fn1">[32]</a></sup>
Lediglich sogenannte Banalprogramme, die sich nur auf wenige Zeilen Pro-grammcode beschränken oder ausschließlich aus einer Verknüpfung geläufiger Programmbausteine bestehen,<sup><a href="#fn1">[33]</a></sup> sind nach überwiegender Meinung vom urhe-berrechtlichen Softwareschutz ausgeschlossen.<sup><a href="#fn1">[34]</a></sup> Ebenfalls fehlt bloßen Kopien bereits vorhandener Computerprogramme<sup><a href="#fn1">[35]</a></sup> sowie Programmierungen, die sich aus der Sachlogik zwingend ergeben,<sup><a href="#fn1">[36]</a></sup> die für den urheberrechtlichen Schutz erforderliche Individualität.

**Fußnoten**

<div id="fn1">[16] Bullinger, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 2 Rn. 1 f; A. Nordemann, in: Fromm/Nordemann, § 2 Rn. 1; Schulze, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 2 Rn. 1 f.
<div id="fn1">[17] Czychowski, in: Fromm/Nordemann Urheberrecht, § 69a Rn. 40; Grützmacher, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 1; Loewenheim/Spindler, in: Schri-cker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 14.
<div id="fn1">[18] Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Kaboth/Spies, in: Ahlberg/Götting BekOK Urheberrecht, §69a Rn. 13; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 14.
<div id="fn1">[19] Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Grützmacher, in; Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 34; Kaboth/Spies, in: Ahlber/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a Rn. 14; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 15.
<div id="fn1">[20] Grützmacher, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 34; Kaboth/Spieß, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a, Rn. 14; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 15; Schulze, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 2 Rn. 8.
<div id="fn1">[21] Czychowski, in: Fromm/Nordemann Urheberrecht, § 69a Rn. 19; Grützmacher, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 34; Kaboth/Spieß, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a, Rn. 14; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 15.
<div id="fn1">[22] OLG München Urt. v. 25.11.1999, ZUM-RD 2000, 8, 12; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 16.
<div id="fn1">[23] OLG München Urt. v. 25.11.1999, ZUM-RD 2000, 8, 12; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 16.
<div id="fn1">[24] OLG München Urt. v. 25.11.1999, ZUM-RD 2000, 8, 12; Kaboth/Spies, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a, Rn. 14; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 16.
<div id="fn1">[25] Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Kaboth/Spies, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a, Rn. 14; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 16.
<div id="fn1">[26] Kaboth/Spies, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a, Rn. 15; Loewen-heim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 19.
KG Urt. v. 06.09.2010, ZUM-RD 2011, 544, 547; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26.
<div id="fn1">[27] KG Urt. v. 06.09.2010, ZUM-RD 2011, 544, 547; Dreier, in: Dreier/Schulze Urhe-berrechtsgesetz, § 69a Rn. 26.
<div id="fn1">[28] Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 17.
<div id="fn1">[29] Vgl. BGH Urt. v. 09.05.1985, GRUR 1985, 1041, 1048; BGH Urt. v. 04.10.1990, GRUR 1991, 449, 452.
<div id="fn1">[30] BGH Urt. v. 03.03.2005, GRUR 2005, 860, 861; BGH Urt. v. 20.09.2012, GRUR 2013, 509, 510 Rn. 24; OLG Hamburg Urt. v. 29.11.2001, GRUR-RR 2002, 217, 218; KG Urt. v. 06.09.2010, ZUM-RD 2011, 544, 547; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Kaboth/Spies, in: Ahlberg/Götting BeckOK Urheberrecht, § 69a Rn. 15; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 17.
<div id="fn1">[31] OLG München Urt. v. 25.11.1999, ZUM-RD 2000, 8, 12; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26.
<div id="fn1">[32] BT Drucks. 14/4022, S. 9; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 26; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 19.
<div id="fn1">[33] OLG Frankfurt Urt. v. 09.09.1997, BeckRS 1997, 12798 Rn. 12; Loewen-heim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 20; Marly, BGH-Rechtsprechung aktuell: Urheberrecht, NJW 1994, 2004, 2005; Rauda, in: Rauda Recht der Computerspiele Rn. 78.
<div id="fn1">[34] BT Drucks. 12/4022, S. 10; BGH Urt. v. 03.03.2005, GRUR 2005, 860, 861; BGH Urt. v. 20.09.2012, GRUR 2013, 509, 510 Rn. 24; OLG Frankfurt a.M. Urt. v. 27.01.2015, GRUR 2015, 784, 787, Rn. 36; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 27; Grützmacher, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 37; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 20; Kritisch dazu ist Hoeren, der in dem Ausschluss banaler Schöpfungen einen Widerspruch zum Anwendungsverbot von qualitativen Kriterien sieht, Hoeren, in: Möhring/Nicolini Urheberrechtsgetz, § 69a Rn.16.
<div id="fn1">[35] BGH Urt. v. 03.03.2005, GRUR 2005, 860, 861; BGH Urt. v. 20.09.2012, GRUR 2013, 509, 510 Rn. 24, 28; OLG Frankfurt a.M. Urt. v. 27.01.2015, GRUR 2015, 784, 787, Rn. 36; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 27; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 20; Marly, in: Marly Praxishandbuch Softwarerecht, Rn. 108.
<div id="fn1">[36] OLG Karlsruhe Urt. v. 13.06.1994, GRUR 1994, 726, 729; OLG Düsseldorf Urt. v. 27.03.1997, ZUM-RD 1997, 555, 557; Dreier, in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, § 69a Rn. 27; Grützmacher, in: Wandtke/Bullinger Urheberrecht, § 69a Rn. 37; Loewenheim/Spindler, in: Schricker/Loewenheim Urheberrecht, § 69a Rn. 20.
DELETIONS
Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk. Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.
Urheberrechtlich geschützt sind entsprechend § 69a Abs. 3 UrhG Computerpro-gramme, wenn sie als individuelle Werke das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfung ihres Urhebers sind, wobei keine weiteren Anforderungen, insbe-sondere nicht qualitativer und ästhetischer Art, angewendet werden dürfen. Die Schutzvoraussetzungen lassen sich demnach in persönliche Schöpfung, geistiger Gehalt, Formgestaltung und Individualität untergliedern.
Eine persönliche Schöpfung liegt nur vor, wenn das Computerprogramm das Ergebnis eines Schaffensprozess menschlicher Leistung darstellt. Demnach sind Computerprogramme, die ohne menschliche Steuerung allein von Software-Generierungsprogrammen erstellt wurden, vom Urheberrechtsschutz aus-geschlossen. Etwas anderes gilt hingegen für Computerprogramme, zu deren Erstellung andere Computerprogramme lediglich als technische Werkzeuge dienten (sog. Computer Aided Software-Engineering) bzw. für Computerpro-gramme, bei denen partiell andere Software als Bausteine verwendet wurden. Solche Computerprogramme können laut allgemeiner Ansicht das Erfordernis der persönlichen Schöpfung erfüllen.
Die Voraussetzungen des geistigen Gehalts und der Formgestalt sind bei Com-puterprogrammen regelmäßig erfüllt. Der geistige Gehalt fordert, dass im Werk der menschliche Geist zum Ausdruck kommen muss. Bei Computerpro-grammen stellen die durch den Programmierer gefundene Problemlösung sowie die technisch-wissenschaftlichen Aussagen den geistigen Gehalt des Werkes dar.
Die erforderliche Formgestaltung hingegen stellt darauf ab, ob das Werk durch die menschlichen Sinne wahrnehmbar ist. Unerheblich dabei ist, ob das Compu-terprogramm in schriftlicher oder in digitaler Form festgelegt wurde, oder ob zur Darstellung technische Hilfsmittel wie Computer mit Bildschirmen erforderlich sind.
Als letzte Schutzvoraussetzung muss das Computerprogramm, als Ergebnis des individuellen Schaffens, dem individuellen Geist des Programmierers entsprin-gen. Es ist demnach ausschlaggebend, ob bzw. inwieweit der Urheber einen bestehenden Gestaltungsspielraum bei der Programmierung eigenpersönlich ausgenutzt hat. Das geforderte Maß an Individualität wird dabei maßgeblich durch § 69a Abs. 3 S. 2 UrhG festgelegt, wonach für die Beurteilung der Schutzfähigkeit eines Computerprogramms keine qualitativen und ästhetischen Kriterien berücksichtigt werden dürfen. Diese Regelung führt dazu, dass im Gegensatz zur früheren Rechtslage aus heutiger Sicht als sog. kleine Münze bereits ein Minimum an Individualität für die Schutzfähigkeit von Computer-programmen genügt. Keinesfalls setzt die Schutzanforderung der Individualität eine statistische Einmaligkeit voraus. Viel mehr ergibt sich bereits aus der amtlichen Begründung zu § 69a Abs. 3 UrhG, dass die urheberrechtliche Schutzfähigkeit von Computerprogrammen die Regel und die fehlende Schöp-fungshöhe die Ausnahme darstellt.
Lediglich sogenannte Banalprogramme, die sich nur auf wenige Zeilen Pro-grammcode beschränken oder ausschließlich aus einer Verknüpfung geläufiger Programmbausteine bestehen, sind nach überwiegender Meinung vom urhe-berrechtlichen Softwareschutz ausgeschlossen. Ebenfalls fehlt bloßen Kopien bereits vorhandener Computerprogramme sowie Programmierungen, die sich aus der Sachlogik zwingend ergeben, die für den urheberrechtlichen Schutz erforderliche Individualität.
Revision [6e8bd3a]
Bearbeitet am 2020-11-13 17:51:03 von legal98
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# 1. Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts

Zentrale Schutzvoraussetzung des Urheberrechts ist die Einordnung als urheber-rechtliches Werk. Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG sind Computerprogramme der Sprachwerkekategorie zugehörig. Im Gegensatz zu den übrigen Werkarten sind für Computerprogramme jedoch nicht die in § 2 Abs. 2 UrhG kodifizierten Schutzvoraussetzungen ausschlaggebend, da die Norm als lex generalis von der Spezialvorschrift § 69a Abs. 3 UrhG verdrängt wird.
Urheberrechtlich geschützt sind entsprechend § 69a Abs. 3 UrhG Computerpro-gramme, wenn sie als individuelle Werke das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfung ihres Urhebers sind, wobei keine weiteren Anforderungen, insbe-sondere nicht qualitativer und ästhetischer Art, angewendet werden dürfen. Die Schutzvoraussetzungen lassen sich demnach in persönliche Schöpfung, geistiger Gehalt, Formgestaltung und Individualität untergliedern.
Eine persönliche Schöpfung liegt nur vor, wenn das Computerprogramm das Ergebnis eines Schaffensprozess menschlicher Leistung darstellt. Demnach sind Computerprogramme, die ohne menschliche Steuerung allein von Software-Generierungsprogrammen erstellt wurden, vom Urheberrechtsschutz aus-geschlossen. Etwas anderes gilt hingegen für Computerprogramme, zu deren Erstellung andere Computerprogramme lediglich als technische Werkzeuge dienten (sog. Computer Aided Software-Engineering) bzw. für Computerpro-gramme, bei denen partiell andere Software als Bausteine verwendet wurden. Solche Computerprogramme können laut allgemeiner Ansicht das Erfordernis der persönlichen Schöpfung erfüllen.
Die Voraussetzungen des geistigen Gehalts und der Formgestalt sind bei Com-puterprogrammen regelmäßig erfüllt. Der geistige Gehalt fordert, dass im Werk der menschliche Geist zum Ausdruck kommen muss. Bei Computerpro-grammen stellen die durch den Programmierer gefundene Problemlösung sowie die technisch-wissenschaftlichen Aussagen den geistigen Gehalt des Werkes dar.
Die erforderliche Formgestaltung hingegen stellt darauf ab, ob das Werk durch die menschlichen Sinne wahrnehmbar ist. Unerheblich dabei ist, ob das Compu-terprogramm in schriftlicher oder in digitaler Form festgelegt wurde, oder ob zur Darstellung technische Hilfsmittel wie Computer mit Bildschirmen erforderlich sind.
Als letzte Schutzvoraussetzung muss das Computerprogramm, als Ergebnis des individuellen Schaffens, dem individuellen Geist des Programmierers entsprin-gen. Es ist demnach ausschlaggebend, ob bzw. inwieweit der Urheber einen bestehenden Gestaltungsspielraum bei der Programmierung eigenpersönlich ausgenutzt hat. Das geforderte Maß an Individualität wird dabei maßgeblich durch § 69a Abs. 3 S. 2 UrhG festgelegt, wonach für die Beurteilung der Schutzfähigkeit eines Computerprogramms keine qualitativen und ästhetischen Kriterien berücksichtigt werden dürfen. Diese Regelung führt dazu, dass im Gegensatz zur früheren Rechtslage aus heutiger Sicht als sog. kleine Münze bereits ein Minimum an Individualität für die Schutzfähigkeit von Computer-programmen genügt. Keinesfalls setzt die Schutzanforderung der Individualität eine statistische Einmaligkeit voraus. Viel mehr ergibt sich bereits aus der amtlichen Begründung zu § 69a Abs. 3 UrhG, dass die urheberrechtliche Schutzfähigkeit von Computerprogrammen die Regel und die fehlende Schöp-fungshöhe die Ausnahme darstellt.
Lediglich sogenannte Banalprogramme, die sich nur auf wenige Zeilen Pro-grammcode beschränken oder ausschließlich aus einer Verknüpfung geläufiger Programmbausteine bestehen, sind nach überwiegender Meinung vom urhe-berrechtlichen Softwareschutz ausgeschlossen. Ebenfalls fehlt bloßen Kopien bereits vorhandener Computerprogramme sowie Programmierungen, die sich aus der Sachlogik zwingend ergeben, die für den urheberrechtlichen Schutz erforderliche Individualität.
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# 1. Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts
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# 1. Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts
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Schutzvoraussetzungen des Urhebrrechts
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Schutzvoraussetzungen des Urhebrrechts