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email:phishing

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email:phishing [2013/09/09 15:15] – [Wie erkennt man eine gefälschte E-Mail] jenademail:phishing [2026/08/10 13:25] (aktuell) Carl Meffert
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 +======Phishing======
 +
 +===== Besonders wichtig =====
 +
 +<note important>
 +  * Geben Sie **niemals Zugangsdaten, Passwörter, PINs, TANs oder andere vertrauliche Informationen** in Telefonaten mit unbekannten Rufnummern, als Antwort auf eine E-Mail oder über einen darin enthaltenen Link weiter.
 +  * Öffnen Sie **keine verdächtigen Anhänge** und klicken Sie nicht auf **Links** in **unerwarteten oder zweifelhaften Nachrichten**.
 +  * Prüfen Sie **Absenderadresse, Inhalt und Internetadresse** sorgfältig.
 +  * **Melden** Sie SPAM und Phishing schnellstmöglich dem Hochschulrechenzentrum.
 +  * Wenn Sie bereits Ihre Daten preisgegeben haben, **ändern** Sie sofort Ihr **Passwort** und **informieren** Sie das Hochschulrechenzentrum.
 +</note>
 +
 ===== Hinweise zu gefälschten E-Mails (Phishing) ===== ===== Hinweise zu gefälschten E-Mails (Phishing) =====
  
-Leider kann man Absender und Inhalte von E-Mails leicht fälschen. Mit diesen gefälschten Nachrichten soll der Nutzer glaubendass es sich um eine offizielle Nachricht handelt. Die bösen Buben nutzen das aus, um an persönliche Daten des Opfers zu gelangenzB+Phishing bezeichnet betrügerische E-Mails, mit denen Angreifer versuchen, an Zugangsdaten, persönliche Informationen oder andere sensible Daten zu gelangen. Absenderangaben, Anzeigenamen und Inhalte von E-Mails lassen sich technisch vergleichsweise leicht fälschen. Dadurch können Nachrichten den Eindruck erwecken, sie stammten von einer offiziellen Stelle, etwa vom Rechenzentrum, aus der Hochschulverwaltungvon PaketdienstenBanken oder bekannten Onlinediensten.
  
-  * Login und Passwort für den Mailserver +Ziel solcher Angriffe ist es zum Beispiel,
-  * PIN und TAN's für das Online-Banking +
-  * Login und Passwort für ebaygoogle, facebook, ...+
  
-oder um Schadsoftware auf dem Rechner des Nutzers zu installieren (Trojaner).+  * Benutzernamen und Passwörter für Hochschulkonten zu stehlen 
 +  * Zugangsdaten für E-Mail-Dienste oder Cloud-Anwendungen abzugreifen 
 +  * Bank- und Kreditkartendaten zu erlangen 
 +  * Schadsoftware auf Endgeräten zu installieren 
 +  * weitere Angriffe mit einem kompromittierten Konto vorzubereiten
  
-I.d.R. wird der Nutzer auf eine externe Webseite gelockt, um dort seine Daten einzugeben. Diese externe Webseite sieht der offiziellen Webseite des Unternehmens oder der Institution oftmals täuschend ähnlich. Manchmal bitten die bösen Buben auch einfach auf eine Nachricht zu antworten und Nutzernamen und Passwort mitzuschicken.+Häufig enthalten Phishing-Nachrichten einen Link auf eine gefälschte Internetseite. Diese sieht der echten Anmeldeseite oft täuschend ähnlich. Dort sollen Betroffene ihre Zugangsdaten eingeben. In anderen Fällen wird dazu aufgefordert, auf die E-Mail zu antworten, einen Anhang zu öffnen oder angeblich dringend erforderliche Maßnahmen durchzuführen. Typisch ist dabei der Versuch, Druck zu erzeugen, etwa durch Hinweise auf eine drohende Kontosperrung, einen Sicherheitsvorfall oder eine ablaufende Frist.
  
 +==== Wie erkennt man eine gefälschte E-Mail? ====
  
-==== Wie erkennt man eine gefälschte E-Mail ====+Phishing-Nachrichten lassen sich nicht immer eindeutig erkennen. Zwar enthalten viele dieser E-Mails noch immer sprachliche Fehler, unübliche Formulierungen oder ein ungewöhnliches Layout. Allerdings werden betrügerische Nachrichten zunehmend professioneller gestaltet. Teilweise sind sie sprachlich korrekt, nutzen offizielle Logos und beziehen sich glaubwürdig auf den Hochschulalltag.
  
-Glücklicherweise sind die Nachrichten oft in schlechtem Deutsch gehalten. Das sollte eigentlich schon ausreichenum die Nachricht in den virtuellen Papierkorb zu werfenAber auch die bösen Buben lernen dazu und das Deutsch wird immer besser. Eine richtig gut gemachte gefälschte Nachricht können Sie nicht mehr als Fälschung erkennen. Das ist leider die schlechte Nachricht. Aber bis es soweit ist, hier einige Merkmale für echte E-Mails vom Rechenzentrum:+Deshalb gilt: Nicht einzelne Merkmale entscheidensondern die Gesamtsituation.
  
-  * Wir verwenden i.d.R. eine persönliche Anrede. +Achten Sie insbesondere auf folgende Hinweise:
-  * Wir sprechen i.d.R. ordentliches Deutsch und verwenden das auch im Betreff und im E-Mail-Text +
-  * Wir schicken Ihnen keine Aufforderungen zur Weitergabe von Daten.+
  
-**ABER:** ausländische Studenten und Mitarbeiter+  * **Ungewöhnliche Absenderadresse:** Der angezeigte Name kann vertraut wirken, die tatsächliche E-Mail-Adresse passt jedoch nicht zur angeblichen Einrichtung oder enthält kleine Abweichungen. 
 +  * **Aufforderung zur Eingabe von Zugangsdaten:** Seriöse Stellen fordern Passwörter, TANs, PINs oder ähnliche vertrauliche Daten nicht per E-Mail an. 
 +  * **Zeitdruck oder Drohungen:** Formulierungen wie „Sofort handeln“, „Konto wird gesperrt“ oder „Letzte Warnung“ sollen zu unüberlegtem Handeln verleiten. 
 +  * **Verdächtige Links:** Hinter einem scheinbar harmlosen Link kann sich eine andere Internetadresse verbergen. Prüfen Sie Links vor dem Anklicken sorgfältig. 
 +  * **Unerwartete Anhänge:** Anhänge können Schadsoftware enthalten, insbesondere wenn sie unerwartet oder ohne nachvollziehbaren Kontext versendet wurden. 
 +  * **Ungewöhnliche Anfragen:** Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine E-Mail zur Überweisung von Geld, zum Kauf von Gutscheinen, zur Änderung von Bankdaten oder zur Preisgabe interner Informationen auffordert. 
 +  * **Fehlende persönliche Ansprache oder untypische Kommunikation:** Offizielle Stellen der Hochschule kommunizieren in der Regel nachvollziehbar, sachlich und im passenden Kontext.
  
-Durch die zunehmende Internationalisierung von Studium und Forschung werden viele nicht deutsch sprechende Studenten und Mitarbeiter immatrikuliert oder beschäftigt. Für diese Gruppe ist es oft schwer zu erkennen, ob es sich um ordentliches Deutsch in einer E-Mail handelt.+==== Hinweise zu Nachrichten des Rechenzentrums ====
  
-**DARUM:** +Kommunikation des Rechenzentrums zeichnet sich üblicherweise dadurch aus, dass
  
-<note important> +  * eine nachvollziehbare Absenderadresse verwendet wird, 
-  * Geben Sie NIEMALS ihre Nutzerdaten (LoginPasswortTAN's, PIN's, E-Mail-Adresse) an, wenn Sie dazu per E-Mail aufgefordert werden! Wir - das Rechenzentrum - und auch z.B. ihre Sparkasse werden Sie NIEMALS per E-Mail auffordern, ihre Daten irgendwo einzugeben oder Ihr Passwort zuzuschicken!+  * der Anlass der Nachricht erkennbar ist, 
 +  * keine Aufforderung zur Übersendung von Passwörtern erfolgt, 
 +  * keine Anmeldung über unbekannte oder externe Webseiten verlangt wird.
  
-  * Loggen Sie sich niemals mit ihren Nutzerdaten auf einer Webseite ein, die nicht von uns bereitgestellt wird! Achten Sie auf die Adresse der Webseite (fh-schmalkalden.de)!+Wichtig: Auch wenn eine Nachricht glaubwürdig erscheint, sollten Zugangsdaten niemals aufgrund einer E-Mail eingegeben oder weitergegeben werdenohne die Echtheit vorher zu prüfen.
  
-  * Klicken Sie NIEMALS auf Internetlinks in verdächtigen Nachrichten. Es könnte sich Schadsoftware auf ihrem Computer installieren! 
  
-  * Schützen Sie ihre E-Mail-Adresse! Vermeiden Sie die Veröffentlichung ihrer E-Mail-Adresse im Klartext auf Webseiten oder in öffentlichen Office-Dokumenten (PDF)! 
  
-  Seien Sie misstrauisch und aufmerksam! +==== Internationales Umfeld ==== 
-</note>+ 
 +Im Hochschulalltag kommunizieren Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende in unterschiedlichen Sprachen. Phishing-Nachrichten können daher sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch oder in anderen Sprachen versendet werden. Sprachliche Qualität allein ist kein verlässliches Kriterium mehr. 
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 +Gerade in einem internationalen Umfeld ist daher entscheidend: 
 + 
 +  niemals Zugangsdaten per E-Mail preiszugeben, 
 +  * Links und Anhänge sorgfältig zu prüfen, 
 +  * im Zweifel immer über einen bekannten offiziellen Kontaktweg nachzufragen. 
 + 
 +==== Was tun bei einer verdächtigen E-Mail? ==== 
 + 
 +Wenn Sie eine Nachricht für verdächtig halten: 
 + 
 +  * antworten Sie nicht auf die E-Mail, 
 +  * klicken Sie keine enthaltenen Links an, 
 +  * öffnen Sie keine Anhänge, 
 +  * leiten Sie die Nachricht an das Rechenzentrum weiter, 
 +  * löschen Sie die Nachricht anschließend entsprechend der internen Vorgaben. 
 + 
 +Falls Sie bereits reagiert haben, zum Beispiel durch Eingabe Ihres Passworts oder Öffnen eines Anhangs: 
 + 
 +  * ändern Sie unverzüglich Ihr Passwort, 
 +  * trennen Sie das betroffene Gerät wenn nötig vom Netzwerk, 
 +  * informieren Sie sofort das Rechenzentrum
  
-Falls Sie eine Mail als Fälschung (Phishing) erkannt haben, löschen Sie einfach diese Nachricht(en). 
 ==== Beispiele für gefälschte Nachrichten ==== ==== Beispiele für gefälschte Nachrichten ====
  
 [[phishing beispiele]] [[phishing beispiele]]
  
-==== mögliche technische Maßnahmen  ====+==== Mögliche technische Schutzmaßnahmen ==== 
 + 
 +Technische Schutzmaßnahmen sind wichtig, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Phishing kann nicht allein technisch verhindert werden. Deshalb bleibt die Aufmerksamkeit der Nutzenden ein zentraler Sicherheitsfaktor. 
 + 
 +=== Spam-Filter === 
 + 
 +Spam-Filter erkennen viele unerwünschte Nachrichten automatisch. Phishing-E-Mails sind jedoch häufig so gestaltet, dass sie wie legitime Nachrichten wirken. Daher werden nicht alle betrügerischen E-Mails zuverlässig erkannt oder blockiert. 
 + 
 +=== Viren- und Sicherheitsfilter ===
  
-**blockieren von eingehenden Nachrichten, die einen Absender der FH Schmalkalden nutzen**+Moderne Sicherheitslösungen können E-MailsAnhänge und enthaltene Links automatisiert prüfen. Dazu gehören beispielsweise die Erkennung bekannter Schadsoftware, die Bewertung verdächtiger Dateitypen oder der Abgleich von Internetadressen mit Sperrlisten. Diese Verfahren verbessern den Schutz, können aber neue oder gezielt angepasste Angriffe nicht immer rechtzeitig erkennen.
  
-Erste Versuche mit dieser Maßnahme scheiterten an der Tatsache, dass es zu viele "richtige" Nachrichten mit einem Absender der FH Schmalkalden gibt, die von extern kommen (Webapplikationen, Weiterleitungen, ...).+=== Authentifizierungsverfahren für E-Mail ===
  
-**Spam-Filter**+Verfahren wie SPF, DKIM und DMARC helfen dabei, gefälschte Absenderadressen besser zu erkennen und die Vertrauenswürdigkeit eingehender E-Mails zu bewerten. Sie erhöhen die Sicherheit des E-Mail-Verkehrs, verhindern Phishing jedoch nicht vollständig, insbesondere wenn Angreifer fremde, kompromittierte oder täuschend ähnliche Domains verwenden.
  
-Da die gefälschten Nachrichten so wie echte Nachrichten aussehen, kann man natürlich keine typischen Merkmale von Spam finden. Diese Nachrichten können also nicht als Spam erkannt werden (Stand Aug. 2013)+=== Mehr-Faktor-Authentifizierung ===
  
-**Viren-Filter**+Wo verfügbar, bietet Mehr-Faktor-Authentifizierung einen zusätzlichen Schutz. Selbst wenn ein Passwort durch Phishing bekannt wird, kann ein zusätzlicher Faktor den unbefugten Zugriff erschweren oder verhindern. Dennoch ersetzt auch dies nicht die sorgfältige Prüfung von E-Mails.
  
-Einige Antiviren-Softwareprodukte sind in der Lage, schon auf dem zentralen Mailserver anhand von Blacklists Hyper-Links (Verweise auf externe Webseiten) in E-Mails auf Bösartigkeit zu überprüfen. Der Nachteil der Blacklists ist die zeitlich verzögerte Aktualisierung. I.d.R. ist die gefälschte E-Mail dann schon zum Anwender durchgedrungen.+=== Signierte und verschlüsselte E-Mails ===
  
-**Kryptographie (signierte E-Mails)**+Signaturen und Verschlüsselung können die Echtheit und Vertraulichkeit von E-Mails verbessern. Eine flächendeckende Nutzung im Hochschulalltag ist jedoch oft mit organisatorischem und technischem Aufwand verbunden, etwa durch
  
-Die Technik ist seit Jahren vorhanden und ausgereiftEine praktische Umsetzung für ALLE Mitarbeiter und Studenten ist aber weiterhin aus verschiedenen Gründen nicht in Sicht:+  * komplexe Schlüsselverwaltung, 
 +  * unterschiedliche Endgeräte und E-Mail-Programme, 
 +  * erhöhten Schulungsbedarf, 
 +  * zusätzliche Anforderungen in Vertretungs- oder Funktionspostfächern.
  
-  * hohe Komplexität +==== Konsequenzen gestohlener Zugangsdaten ====
-  * hoher Verwaltungsaufwand (PKI Public-Key-Infrastruktur) +
-  * Schulung der Anwender +
-  * keine homogene IT-Infrastruktur (viele unterschiedliche E-Mail-Clients und mobile Geräte) +
-  * kein Zwang zur Signatur von E-Mails +
-  * Probleme beim Lesen von signierten oder verschlüsselten E-Mails +
-  * Vertretungsregelungen (Passwörter für Schlüsselbund etc., funktionale Adressen, ...) +
-  * u.s.w. +
-==== Konsequenzen einer gestohlenen Identität ====+
  
-Sehr oft werden die gestohlenen Identitäten genutzt, um sich an den Mailservern der Unternehmen oder Hochschulen anzumelden und um über diese Mailserver massenhaft Spams abzusetzen mit der Identität des Opfers im Absender. Weitere gezielte Angriffe auf andere Dienste sind möglich, weil der Bösewicht Einblick in sämtliche Nachrichten des Opfers hat.+Gestohlene Zugangsdaten können erhebliche Folgen für einzelne Personen und für die Hochschule insgesamt haben. Kompromittierte Konten werden häufig genutzt, um
  
-Im schlimmsten Fall landet nach einer solchen Spam-Attacke der Mailserver der Hochschule auf einer Blacklist und der gesamte E-Mail-Verkehr nach extern ist blockiert. Der entstehende Schaden kann also schon durch //einen einzigen// gestohlenen Account enorm hoch sein.+  * massenhaft Spam oder weitere Phishing-Nachrichten zu versenden, 
 +  * auf interne Informationen zuzugreifen, 
 +  * Identitäten innerhalb der Hochschule zu missbrauchen, 
 +  * weitere Dienste mit demselben Passwort anzugreifen, 
 +  * gezielte Betrugsversuche gegen Kolleginnen und Kollegen vorzubereiten.
  
-Beispiel vom 29. Juni der Uni Jena: [[https://www.uni-jena.de/Universit%C3%A4t/Einrichtungen/URZ/URZ_News/Blacklist_2013_06.html]] +Besonders kritisch ist, dass Angreifer durch ein kompromittiertes E-Mail-Konto bestehende Kommunikationsbeziehungen ausnutzen könnenDadurch steigen Glaubwürdigkeit und Reichweite weiterer Angriffe erheblich.
-==== Weiterführende Links ====+
  
-[[http://de.wikipedia.org/wiki/Phishing]]+Im ungünstigsten Fall kann missbräuchlicher Versand über Hochschulsysteme dazu führen, dass Mailserver auf Sperrlisten gesetzt werdenDies kann den externen E-Mail-Verkehr der Hochschule erheblich beeinträchtigen und organisatorische sowie technische Folgeschäden verursachen.
  
-[[http://www.uni-weimar.de/de/universitaet/struktur/zentrale-einrichtungen/scc-rechenzentrum/it-sicherheit/phishing/]]+Schon ein einzelnes kompromittiertes Konto kann daher weitreichende Auswirkungen haben.
email/phishing.1378739741.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)

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