Revision [ffd6ba8]
Letzte Änderung am 2020-10-05 13:21:59 durch Oksana Neopagitova
ADDITIONS
### Tutorium Kostenrechnung


#### Maschinenstundensatzrechnung - Lösungen


| |
| +| <span style="text-decoration:underline;"> **Aufgaben Teil 1:**</span><br />Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht.<br />Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht.<br />Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:<br />&#8226; Kalkulatorische Abschreibungen<br />&#8226; Kalkulatorische Zinsen<br />&#8226; Energiekosten<br />&#8226; Reparaturkosten<br />&#8226; Wartungskosten<br />Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.<br />Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in <br />**maschinenabhängige und maschinenunabhängige**<br />Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:<br />a) Maschinenkosten: direkt maschinenabhängige FGK:z. B. kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen<br />b) Rest-FGK: Hilfs-/Betriebsstoffe, Steuern, Versicherungen<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung der Maschinenlaufzeit</span><br />Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.<br />Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine **tatsächlich** läuft.<br />Die **Maschinenzeit** ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.<br />Berechnung der Maschinenzeit:<br />**365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)**<br />Die Stillstandszeit umfasst:<br />&#8226; Arbeitsfreie Tage im Jahr<br />&#8226; Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)<br />&#8226; Betriebsbedingte Stillstandszeiten (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)<br />&#8226; Auftragsbedingte Rüstzeiten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf:<br />**37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr<br />1.800 / 12 = 150 Std./Monat**<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung des Maschinenstundensatzes</span><br />Maschinenstundensatz = **Maschinenabhängige FGK / Maschinenlaufzeit**<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:</span><br />Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 &#8364;, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 &#8364;. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 &#8364; pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 &#8364;. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 &#8364; im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 &#8364;. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 &#8364; im Monat.<br />Als Fixkosten gelten:<br />80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.<br />Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.<br />Anmerkung:<br />&#8226; Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)<br />&#8226; Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).<br />




| | gesamt | fix | variabel | Berechnung |
| +| kalk. AfA | **1250** | **1000** | **250** | **150.000/10/12 = 1.250**
| kalk. Zinsen | **500** | **500** | | **50.000*0,12/12 = 500**
| Instandhaltung | **10.000** | **3000** | **7000**
| Platzkosten | **1000** | **1000** |
| Grundgebühr | **100** | **100** |
| Variable Energiekosten | **40** | | **40**
| Betriebsstoffe | **200** | | **200**
| Summe | **13.090** | **5600** | **7490**





| |
| +| variable Kosten pro MSS = **7.490 / 160 = 46,81**<br />fixe Kosten pro MSS = **5.600 / 160 = 35,00**<br />insgesamt = **7.490 / 160 + 6.500 / 160 = 46,81 + 35,00 = 81,81**<br />Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:<br />MSS = **7.490 / 160 + 5.600 / 320 = 46,81 + 17,5 = 64,31**<br />Werden auf einer Maschine nun **verschiedene** Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.<br />Benötigt das Produkt X die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt Y 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so werden bei der Kalkulation von X lediglich **50%** des MSS und bei Produkt Y **100%** angesetzt.<br /><span style="text-decoration:underline;">Maschinenkosten im Kalkulationsschema</span><br />Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen (Beispiel mit zwei Maschinen):<br />Materialeinzelkosten<br />+ Materialgemeinkosten<br />+ Fertigungseinzelkosten<br />+ Fertigungsgemeinkosten I (nur Restgemeinkosten)<br />+ Maschinenkosten der Maschine A<br />+ Maschinenkosten der Maschine B<br />= Herstellkosten<br />+ Verwaltungsgemeinkosten<br />+ Vertriebsgemeinkosten<br />= Selbstkosten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />1. <br />Die Kosten- und Leistungsrechnung hat für das Erzeugnis X im Monat Dezember folgende Werte ermittelt:<br />Verrechnete Maschinenkosten: 40.940<br />Fertigungslöhne: 16.000<br />Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.160<br />Normal-Herstellungskosten der Abrechnungsperiode: 163.340<br />Normal-Selbstkosten des Umsatzes: 212.760<br />Bestandsmehrung FE: 3.000<br />Normalzuschlagsätze:<br />Material: 15%<br />Fertigung: Rest-FGK 90 %<br />Verwaltung/Vertrieb: 30%<br />a) Berechnen Sie den Verbrauch an Fertigungsmaterial im Dezember.<br />b) Ermitteln Sie für Dezember die Art der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.<br />c) Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?<br />**Lösung**:<br />




| Kostenart | ZS in % | Kosten |
| +| FM | | Berechnung siehe unten **80.000**
| MGK | 15 | 12.000
| FL | | 16.000
| RFGK | 90 | 14.400
| Maschinenkosten | | 40.940
| =HK | | 163.340
| BVUE | **Minderung** | Differenz zwischen HK und HKFE: **1660**
| =HKFE | | 165.000
| BVFE | Mehrung | -3000
| =HKU | | 162.000
| VwVtGK | 30 | (217.760 -2160)*30/130: 48.600
| SEKVt | | 2160
| =SK | | 217.760




| |
| +| Berechnung 80.000:<br />163.340 &#8211; 40.940 &#8211; 14.400 &#8211; 16.000 = 92.000<br />92.000 = Materialkosten = FM + MGK 92.000 = 115 % 92.000 * 100 / 115 = 80.000<br />Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?: unerwartet teure Wartung, steigende Energiekosten<br />


















| |
| +| Die folgende Übersicht zeigt die Einteilung der maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten in fixe und variable Gemeinkosten auf der Grundlage einer Beschäftigung von 150 Laufstunden im Monat:<br />




| Maschinenabh. Fert. GK | gesamt | fix | variabel | variabel pro Stück |
| +| kalk. Afa | 2.000 | 2.000 | - | -
| kalk. Zins | 800 | 800 | - | -
| Energie | 400 | 40 | 360 | 2,40
| Platzkosten | 3.000 | 3.000 | - | -
| Reparatur | 1.250 | 350 | 900 | 6,00
| Werkzeuge | 200 | 200 | - | -
| Betriebsstoffe | 750 | - | 750 | 5,00
| Summen | 8.400 | 6.390 | 2.010 | 13,40




| |
| +| Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von &#8230;<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf... <br />**4.** <br />Die Firma &#8222;Bratwurst&#8220; KG unterhält ein computergesteuertes Fertigungszentrum, das Rind- und Schweinefleisch automatisch hackt, würzt und schließlich zu Bratwürsten verarbeitet. Folgende Daten liegen Ihnen aus dem Rechnungswesen vor:<br />* Das Bearbeitungszentrum kostete ursprünglich 82.000 &#8364;, es wird angenommen, dass das Bearbeitungszentrum nach 8 Jahren Nutzungsdauer nur noch mit 5.000 &#8364; verkauft werden kann, ein neues Fertigungszentrum wird voraussichtlich 10 % teurer sein.<br />* Das Wurst-Fertigungszentrum benötigt 26 qm Platz, die Monatsmiete für Ihre Fabrikhalle beträgt 20 &#8364;/qm.<br />* Der Stromverbrauch beträgt 26 kW in der Stunde. Die Kilowatt-Stunde kostet 23 Cent.<br />* Die Wartungs- und Reinigungskosten belaufen sich auf 150 &#8364; im Monat.<br />* Es fallen zudem Hilfslöhne in Höhe von 400 &#8364; je Monat an.<br />* Die sonstigen Gemeinkosten belaufen sich auf 12.000 &#8364; im Jahr.<br />Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 1.600 Stunden im Jahr. Zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen verwenden Sie einen Zinssatz von 4 %.<br />**Lösung:**<br />**1.** <br />a):<br />




| Kosten | fix | variabel |
| +| AfA | 180.000 &#8364;/Jahr
| Zinsen | 42.000 &#8364;/Jahr
| Bedienung | | 40 &#8364;/Std
| Energie | | 20&#8364;/Std
| Versicherung | 9.600 &#8364;/Jahr
| Raumkosten | 9.600 &#8364;/Jahr
| Summe | 241.200 &#8364;/Jahr | 60 &#8364;/Std




| |
| +| MSS bei 2.000 Laufstunden = 241.200 / 2.000 + 60 = 180,60 &#8364;<br />MSS bei 2.500 Laufstunden = 241.200 / 2.500 + 60 = 156,48 &#8364;<br />b) Der MSS bei 2.500 fällt wegen der Kostendegression geringer aus. Die gleichbleibenden Fixkosten der Maschine werden auf mehr Laufstunden verteilt, dadurch sinken die fixen Kosten pro Maschinenstunde und somit auch die gesamten Maschinenkosten pro Laufstunde.<br />**2.** <br />a) Maschinenstundensatz<br />Stunden pro Jahr: 200 * 8 = 1.600<br />Abschreibung: 16.000/1.600 = 10<br />Raumkosten: 800/1.600 = 0,5<br />kalk. Zinsen: (80.000*0,8)/1600 = 4 (Bezug auf die AK der Maschine)<br />Wagniskosten: 3.200/1.600 = 2<br />Wartung: (200*12)/1.600 = 1,5<br />Strom: 10*0,2 = 2<br />Summe: 20<br />Maschinenkosten pro Stück = 20/1.000 = 0,02 &#8364;/Stück<br />b) Selbstkosten<br /> FM: 0,1<br />+ MGK: 0,06<br />+ FL: 0,05<br />+ Mako: 0,02 (Maschinenkosten, gemäß MSS)<br />+ FGK: 0,1<br />= HK: 0,33<br />+ VwVtGK: 0,0825<br />= SK: 0,4125<br />**3.** <br />Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von 6.390 / 150 = 42,60 &#8364;/Std.<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf<br />42,60 + 13,40 = 56,00 &#8364;<br />**4.** <br />kalk. Afa/Maschinenstunde = (82.000 * 1,1 - 5.000) / (8 ND * 1600 MStd) = 6,66 &#8364;/Std<br />+ kalk. Zins/Maschinenstunde = 41.000*0,04 / 1600 = 1,03 &#8364;/Std<br />+ Raumkosten/Maschinenstunde = 20 * 26 * 12 Monate / 1600 = 3,90 &#8364;/Std<br />+ Energiekosten/Maschinenstunde = 0,23 * 26 = 5,90 &#8364;/Std<br />+ Wartungskosten/Maschinenstunde = 150 * 12 / 1600 = 1,13 &#8364;/Std<br />+ Hilfslöhne/Maschinenstunde = 400 * 12 / 1600 = 3,00 &#8364;/Std<br />+ Sonstige GK/Maschinenstunde = 12.000 / 1600 = 7,50 &#8364;/Std<br />= Summe: 29,20 &#8364;/Std<br />





[PDF Dokument Lösung Teil 1](/files/MSSR/LoesungTeil1.pdf)

[PDF Dokument Lösung Teil 2](/files/MSSR/LoesungTeil2.pdf)



**[Zurück zur Auswahl](KostenrechnungTutorienWS201314)**
DELETIONS
### Tutorium Kostenrechnung
#### Maschinenstundensatzrechnung - Lösungen
| |
| -| <span style="text-decoration:underline;"> **Aufgaben Teil 1:**</span><br />Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht.<br />Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht.<br />Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:<br />&#8226; Kalkulatorische Abschreibungen<br />&#8226; Kalkulatorische Zinsen<br />&#8226; Energiekosten<br />&#8226; Reparaturkosten<br />&#8226; Wartungskosten<br />Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.<br />Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in <br />**maschinenabhängige und maschinenunabhängige**<br />Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:<br />a) Maschinenkosten: direkt maschinenabhängige FGK:z. B. kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen<br />b) Rest-FGK: Hilfs-/Betriebsstoffe, Steuern, Versicherungen<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung der Maschinenlaufzeit</span><br />Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.<br />Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine **tatsächlich** läuft.<br />Die **Maschinenzeit** ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.<br />Berechnung der Maschinenzeit:<br />**365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)**<br />Die Stillstandszeit umfasst:<br />&#8226; Arbeitsfreie Tage im Jahr<br />&#8226; Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)<br />&#8226; Betriebsbedingte Stillstandszeiten (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)<br />&#8226; Auftragsbedingte Rüstzeiten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf:<br />**37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr<br />1.800 / 12 = 150 Std./Monat**<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung des Maschinenstundensatzes</span><br />Maschinenstundensatz = **Maschinenabhängige FGK / Maschinenlaufzeit**<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:</span><br />Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 &#8364;, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 &#8364;. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 &#8364; pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 &#8364;. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 &#8364; im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 &#8364;. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 &#8364; im Monat.<br />Als Fixkosten gelten:<br />80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.<br />Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.<br />Anmerkung:<br />&#8226; Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)<br />&#8226; Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).<br />
| | gesamt | fix | variabel | Berechnung |
| -| kalk. AfA | **1250** | **1000** | **250** | **150.000/10/12 = 1.250**
| kalk. Zinsen | **500** | **500** | | **50.000*0,12/12 = 500**
| Instandhaltung | **10.000** | **3000** | **7000**
| Platzkosten | **1000** | **1000** |
| Grundgebühr | **100** | **100** |
| Variable Energiekosten | **40** | | **40**
| Betriebsstoffe | **200** | | **200**
| Summe | **13.090** | **5600** | **7490**
| |
| -| variable Kosten pro MSS = **7.490 / 160 = 46,81**<br />fixe Kosten pro MSS = **5.600 / 160 = 35,00**<br />insgesamt = **7.490 / 160 + 6.500 / 160 = 46,81 + 35,00 = 81,81**<br />Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:<br />MSS = **7.490 / 160 + 5.600 / 320 = 46,81 + 17,5 = 64,31**<br />Werden auf einer Maschine nun **verschiedene** Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.<br />Benötigt das Produkt X die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt Y 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so werden bei der Kalkulation von X lediglich **50%** des MSS und bei Produkt Y **100%** angesetzt.<br /><span style="text-decoration:underline;">Maschinenkosten im Kalkulationsschema</span><br />Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen (Beispiel mit zwei Maschinen):<br />Materialeinzelkosten<br />+ Materialgemeinkosten<br />+ Fertigungseinzelkosten<br />+ Fertigungsgemeinkosten I (nur Restgemeinkosten)<br />+ Maschinenkosten der Maschine A<br />+ Maschinenkosten der Maschine B<br />= Herstellkosten<br />+ Verwaltungsgemeinkosten<br />+ Vertriebsgemeinkosten<br />= Selbstkosten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />1. <br />Die Kosten- und Leistungsrechnung hat für das Erzeugnis X im Monat Dezember folgende Werte ermittelt:<br />Verrechnete Maschinenkosten: 40.940<br />Fertigungslöhne: 16.000<br />Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.160<br />Normal-Herstellungskosten der Abrechnungsperiode: 163.340<br />Normal-Selbstkosten des Umsatzes: 212.760<br />Bestandsmehrung FE: 3.000<br />Normalzuschlagsätze:<br />Material: 15%<br />Fertigung: Rest-FGK 90 %<br />Verwaltung/Vertrieb: 30%<br />a) Berechnen Sie den Verbrauch an Fertigungsmaterial im Dezember.<br />b) Ermitteln Sie für Dezember die Art der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.<br />c) Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?<br />**Lösung**:<br />
| Kostenart | ZS in % | Kosten |
| -| FM | | Berechnung siehe unten **80.000**
| MGK | 15 | 12.000
| FL | | 16.000
| RFGK | 90 | 14.400
| Maschinenkosten | | 40.940
| =HK | | 163.340
| BVUE | **Minderung** | Differenz zwischen HK und HKFE: **1660**
| =HKFE | | 165.000
| BVFE | Mehrung | -3000
| =HKU | | 162.000
| VwVtGK | 30 | (217.760 -2160)*30/130: 48.600
| SEKVt | | 2160
| =SK | | 217.760
| |
| -| Berechnung 80.000:<br />163.340 &#8211; 40.940 &#8211; 14.400 &#8211; 16.000 = 92.000<br />92.000 = Materialkosten = FM + MGK 92.000 = 115 % 92.000 * 100 / 115 = 80.000<br />Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?: unerwartet teure Wartung, steigende Energiekosten<br />
|
|
| |
| -| Die folgende Übersicht zeigt die Einteilung der maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten in fixe und variable Gemeinkosten auf der Grundlage einer Beschäftigung von 150 Laufstunden im Monat:<br />
| Maschinenabh. Fert. GK | gesamt | fix | variabel | variabel pro Stück |
| -| kalk. Afa | 2.000 | 2.000 | - | -
| kalk. Zins | 800 | 800 | - | -
| Energie | 400 | 40 | 360 | 2,40
| Platzkosten | 3.000 | 3.000 | - | -
| Reparatur | 1.250 | 350 | 900 | 6,00
| Werkzeuge | 200 | 200 | - | -
| Betriebsstoffe | 750 | - | 750 | 5,00
| Summen | 8.400 | 6.390 | 2.010 | 13,40
| |
| -| Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von &#8230;<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf... <br />**4.** <br />Die Firma &#8222;Bratwurst&#8220; KG unterhält ein computergesteuertes Fertigungszentrum, das Rind- und Schweinefleisch automatisch hackt, würzt und schließlich zu Bratwürsten verarbeitet. Folgende Daten liegen Ihnen aus dem Rechnungswesen vor:<br />* Das Bearbeitungszentrum kostete ursprünglich 82.000 &#8364;, es wird angenommen, dass das Bearbeitungszentrum nach 8 Jahren Nutzungsdauer nur noch mit 5.000 &#8364; verkauft werden kann, ein neues Fertigungszentrum wird voraussichtlich 10 % teurer sein.<br />* Das Wurst-Fertigungszentrum benötigt 26 qm Platz, die Monatsmiete für Ihre Fabrikhalle beträgt 20 &#8364;/qm.<br />* Der Stromverbrauch beträgt 26 kW in der Stunde. Die Kilowatt-Stunde kostet 23 Cent.<br />* Die Wartungs- und Reinigungskosten belaufen sich auf 150 &#8364; im Monat.<br />* Es fallen zudem Hilfslöhne in Höhe von 400 &#8364; je Monat an.<br />* Die sonstigen Gemeinkosten belaufen sich auf 12.000 &#8364; im Jahr.<br />Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 1.600 Stunden im Jahr. Zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen verwenden Sie einen Zinssatz von 4 %.<br />**Lösung:**<br />**1.** <br />a):<br />
| Kosten | fix | variabel |
| -| AfA | 180.000 &#8364;/Jahr
| Zinsen | 42.000 &#8364;/Jahr
| Bedienung | | 40 &#8364;/Std
| Energie | | 20&#8364;/Std
| Versicherung | 9.600 &#8364;/Jahr
| Raumkosten | 9.600 &#8364;/Jahr
| Summe | 241.200 &#8364;/Jahr | 60 &#8364;/Std
| |
| -| MSS bei 2.000 Laufstunden = 241.200 / 2.000 + 60 = 180,60 &#8364;<br />MSS bei 2.500 Laufstunden = 241.200 / 2.500 + 60 = 156,48 &#8364;<br />b) Der MSS bei 2.500 fällt wegen der Kostendegression geringer aus. Die gleichbleibenden Fixkosten der Maschine werden auf mehr Laufstunden verteilt, dadurch sinken die fixen Kosten pro Maschinenstunde und somit auch die gesamten Maschinenkosten pro Laufstunde.<br />**2.** <br />a) Maschinenstundensatz<br />Stunden pro Jahr: 200 * 8 = 1.600<br />Abschreibung: 16.000/1.600 = 10<br />Raumkosten: 800/1.600 = 0,5<br />kalk. Zinsen: (80.000*0,8)/1600 = 4 (Bezug auf die AK der Maschine)<br />Wagniskosten: 3.200/1.600 = 2<br />Wartung: (200*12)/1.600 = 1,5<br />Strom: 10*0,2 = 2<br />Summe: 20<br />Maschinenkosten pro Stück = 20/1.000 = 0,02 &#8364;/Stück<br />b) Selbstkosten<br /> FM: 0,1<br />+ MGK: 0,06<br />+ FL: 0,05<br />+ Mako: 0,02 (Maschinenkosten, gemäß MSS)<br />+ FGK: 0,1<br />= HK: 0,33<br />+ VwVtGK: 0,0825<br />= SK: 0,4125<br />**3.** <br />Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von 6.390 / 150 = 42,60 &#8364;/Std.<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf<br />42,60 + 13,40 = 56,00 &#8364;<br />**4.** <br />kalk. Afa/Maschinenstunde = (82.000 * 1,1 - 5.000) / (8 ND * 1600 MStd) = 6,66 &#8364;/Std<br />+ kalk. Zins/Maschinenstunde = 41.000*0,04 / 1600 = 1,03 &#8364;/Std<br />+ Raumkosten/Maschinenstunde = 20 * 26 * 12 Monate / 1600 = 3,90 &#8364;/Std<br />+ Energiekosten/Maschinenstunde = 0,23 * 26 = 5,90 &#8364;/Std<br />+ Wartungskosten/Maschinenstunde = 150 * 12 / 1600 = 1,13 &#8364;/Std<br />+ Hilfslöhne/Maschinenstunde = 400 * 12 / 1600 = 3,00 &#8364;/Std<br />+ Sonstige GK/Maschinenstunde = 12.000 / 1600 = 7,50 &#8364;/Std<br />= Summe: 29,20 &#8364;/Std<br />
| **[PDF Dokument Lösung Teil 1](/files/MSSR/LoesungTeil1.pdf)** |
| -| **[PDF Dokument Lösung Teil 2](/files/MSSR/LoesungTeil2.pdf)**
>>>>>>>>>>> **[Zurück zur Auswahl](KostenrechnungTutorienWS201314)**
Revision [b240dd6]
Bearbeitet am 2016-02-28 12:31:09 von Jorina Lossau
Revision [333ed04]
Bearbeitet am 2016-02-24 15:49:29 von Jorina Lossau
ADDITIONS
| <span style="text-decoration:underline;"> **Aufgaben Teil 1:**</span><br />Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht.<br />Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht.<br />Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:<br />&#8226; Kalkulatorische Abschreibungen<br />&#8226; Kalkulatorische Zinsen<br />&#8226; Energiekosten<br />&#8226; Reparaturkosten<br />&#8226; Wartungskosten<br />Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.<br />Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in <br />**maschinenabhängige und maschinenunabhängige**<br />Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:<br />a) Maschinenkosten: direkt maschinenabhängige FGK:z. B. kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen<br />b) Rest-FGK: Hilfs-/Betriebsstoffe, Steuern, Versicherungen<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung der Maschinenlaufzeit</span><br />Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.<br />Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine **tatsächlich** läuft.<br />Die **Maschinenzeit** ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.<br />Berechnung der Maschinenzeit:<br />**365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)**<br />Die Stillstandszeit umfasst:<br />&#8226; Arbeitsfreie Tage im Jahr<br />&#8226; Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)<br />&#8226; Betriebsbedingte Stillstandszeiten (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)<br />&#8226; Auftragsbedingte Rüstzeiten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf:<br />**37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr<br />1.800 / 12 = 150 Std./Monat**<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung des Maschinenstundensatzes</span><br />Maschinenstundensatz = **Maschinenabhängige FGK / Maschinenlaufzeit**<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:</span><br />Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 &#8364;, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 &#8364;. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 &#8364; pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 &#8364;. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 &#8364; im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 &#8364;. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 &#8364; im Monat.<br />Als Fixkosten gelten:<br />80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.<br />Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.<br />Anmerkung:<br />&#8226; Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)<br />&#8226; Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).<br />
| |
| +| variable Kosten pro MSS = **7.490 / 160 = 46,81**<br />fixe Kosten pro MSS = **5.600 / 160 = 35,00**<br />insgesamt = **7.490 / 160 + 6.500 / 160 = 46,81 + 35,00 = 81,81**<br />Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:<br />MSS = **7.490 / 160 + 5.600 / 320 = 46,81 + 17,5 = 64,31**<br />Werden auf einer Maschine nun **verschiedene** Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.<br />Benötigt das Produkt X die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt Y 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so werden bei der Kalkulation von X lediglich **50%** des MSS und bei Produkt Y **100%** angesetzt.<br /><span style="text-decoration:underline;">Maschinenkosten im Kalkulationsschema</span><br />Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen (Beispiel mit zwei Maschinen):<br />Materialeinzelkosten<br />+ Materialgemeinkosten<br />+ Fertigungseinzelkosten<br />+ Fertigungsgemeinkosten I (nur Restgemeinkosten)<br />+ Maschinenkosten der Maschine A<br />+ Maschinenkosten der Maschine B<br />= Herstellkosten<br />+ Verwaltungsgemeinkosten<br />+ Vertriebsgemeinkosten<br />= Selbstkosten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />1. <br />Die Kosten- und Leistungsrechnung hat für das Erzeugnis X im Monat Dezember folgende Werte ermittelt:<br />Verrechnete Maschinenkosten: 40.940<br />Fertigungslöhne: 16.000<br />Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.160<br />Normal-Herstellungskosten der Abrechnungsperiode: 163.340<br />Normal-Selbstkosten des Umsatzes: 212.760<br />Bestandsmehrung FE: 3.000<br />Normalzuschlagsätze:<br />Material: 15%<br />Fertigung: Rest-FGK 90 %<br />Verwaltung/Vertrieb: 30%<br />a) Berechnen Sie den Verbrauch an Fertigungsmaterial im Dezember.<br />b) Ermitteln Sie für Dezember die Art der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.<br />c) Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?<br />**Lösung**:<br />
| Kostenart | ZS in % | Kosten |
| +| FM | | Berechnung siehe unten **80.000**
| MGK | 15 | 12.000
| FL | | 16.000
| RFGK | 90 | 14.400
| Maschinenkosten | | 40.940
| =HK | | 163.340
| BVUE | **Minderung** | Differenz zwischen HK und HKFE: **1660**
| =HKFE | | 165.000
| BVFE | Mehrung | -3000
| =HKU | | 162.000
| VwVtGK | 30 | (217.760 -2160)*30/130: 48.600
| SEKVt | | 2160
| =SK | | 217.760
| |
| Berechnung 80.000:<br />163.340 &#8211; 40.940 &#8211; 14.400 &#8211; 16.000 = 92.000<br />92.000 = Materialkosten = FM + MGK 92.000 = 115 % 92.000 * 100 / 115 = 80.000<br />Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?: unerwartet teure Wartung, steigende Energiekosten<br />
|
| Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von &#8230;<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf... <br />**4.** <br />Die Firma &#8222;Bratwurst&#8220; KG unterhält ein computergesteuertes Fertigungszentrum, das Rind- und Schweinefleisch automatisch hackt, würzt und schließlich zu Bratwürsten verarbeitet. Folgende Daten liegen Ihnen aus dem Rechnungswesen vor:<br />* Das Bearbeitungszentrum kostete ursprünglich 82.000 &#8364;, es wird angenommen, dass das Bearbeitungszentrum nach 8 Jahren Nutzungsdauer nur noch mit 5.000 &#8364; verkauft werden kann, ein neues Fertigungszentrum wird voraussichtlich 10 % teurer sein.<br />* Das Wurst-Fertigungszentrum benötigt 26 qm Platz, die Monatsmiete für Ihre Fabrikhalle beträgt 20 &#8364;/qm.<br />* Der Stromverbrauch beträgt 26 kW in der Stunde. Die Kilowatt-Stunde kostet 23 Cent.<br />* Die Wartungs- und Reinigungskosten belaufen sich auf 150 &#8364; im Monat.<br />* Es fallen zudem Hilfslöhne in Höhe von 400 &#8364; je Monat an.<br />* Die sonstigen Gemeinkosten belaufen sich auf 12.000 &#8364; im Jahr.<br />Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 1.600 Stunden im Jahr. Zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen verwenden Sie einen Zinssatz von 4 %.<br />**Lösung:**<br />**1.** <br />a):<br />
| Kosten | fix | variabel |
| +| AfA | 180.000 &#8364;/Jahr
| Zinsen | 42.000 &#8364;/Jahr
| Bedienung | | 40 &#8364;/Std
| Energie | | 20&#8364;/Std
| Versicherung | 9.600 &#8364;/Jahr
| Raumkosten | 9.600 &#8364;/Jahr
| Summe | 241.200 &#8364;/Jahr | 60 &#8364;/Std
| |
| +| MSS bei 2.000 Laufstunden = 241.200 / 2.000 + 60 = 180,60 &#8364;<br />MSS bei 2.500 Laufstunden = 241.200 / 2.500 + 60 = 156,48 &#8364;<br />b) Der MSS bei 2.500 fällt wegen der Kostendegression geringer aus. Die gleichbleibenden Fixkosten der Maschine werden auf mehr Laufstunden verteilt, dadurch sinken die fixen Kosten pro Maschinenstunde und somit auch die gesamten Maschinenkosten pro Laufstunde.<br />**2.** <br />a) Maschinenstundensatz<br />Stunden pro Jahr: 200 * 8 = 1.600<br />Abschreibung: 16.000/1.600 = 10<br />Raumkosten: 800/1.600 = 0,5<br />kalk. Zinsen: (80.000*0,8)/1600 = 4 (Bezug auf die AK der Maschine)<br />Wagniskosten: 3.200/1.600 = 2<br />Wartung: (200*12)/1.600 = 1,5<br />Strom: 10*0,2 = 2<br />Summe: 20<br />Maschinenkosten pro Stück = 20/1.000 = 0,02 &#8364;/Stück<br />b) Selbstkosten<br /> FM: 0,1<br />+ MGK: 0,06<br />+ FL: 0,05<br />+ Mako: 0,02 (Maschinenkosten, gemäß MSS)<br />+ FGK: 0,1<br />= HK: 0,33<br />+ VwVtGK: 0,0825<br />= SK: 0,4125<br />**3.** <br />Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von 6.390 / 150 = 42,60 &#8364;/Std.<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf<br />42,60 + 13,40 = 56,00 &#8364;<br />**4.** <br />kalk. Afa/Maschinenstunde = (82.000 * 1,1 - 5.000) / (8 ND * 1600 MStd) = 6,66 &#8364;/Std<br />+ kalk. Zins/Maschinenstunde = 41.000*0,04 / 1600 = 1,03 &#8364;/Std<br />+ Raumkosten/Maschinenstunde = 20 * 26 * 12 Monate / 1600 = 3,90 &#8364;/Std<br />+ Energiekosten/Maschinenstunde = 0,23 * 26 = 5,90 &#8364;/Std<br />+ Wartungskosten/Maschinenstunde = 150 * 12 / 1600 = 1,13 &#8364;/Std<br />+ Hilfslöhne/Maschinenstunde = 400 * 12 / 1600 = 3,00 &#8364;/Std<br />+ Sonstige GK/Maschinenstunde = 12.000 / 1600 = 7,50 &#8364;/Std<br />= Summe: 29,20 &#8364;/Std<br />
| **[PDF Dokument Lösung Teil 1](/files/MSSR/LoesungTeil1.pdf)** |
| +| **[PDF Dokument Lösung Teil 2](/files/MSSR/LoesungTeil2.pdf)**
>>>>>>>>>>> **[Zurück zur Auswahl](KostenrechnungTutorienWS201314)**
DELETIONS
| Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht.<br />Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht.<br />Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:<br />&#8226; Kalkulatorische Abschreibungen<br />&#8226; Kalkulatorische Zinsen<br />&#8226; Energiekosten<br />&#8226; Reparaturkosten<br />&#8226; Wartungskosten<br />Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.<br />Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in <br />**maschinenabhängige und maschinenunabhängige**<br />Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:<br />a) Maschinenkosten: direkt maschinenabhängige FGK:z. B. kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen<br />b) Rest-FGK: Hilfs-/Betriebsstoffe, Steuern, Versicherungen<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung der Maschinenlaufzeit</span><br />Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.<br />Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine **tatsächlich** läuft.<br />Die **Maschinenzeit** ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.<br />Berechnung der Maschinenzeit:<br />**365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)**<br />Die Stillstandszeit umfasst:<br />&#8226; Arbeitsfreie Tage im Jahr<br />&#8226; Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)<br />&#8226; Betriebsbedingte Stillstandszeiten (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)<br />&#8226; Auftragsbedingte Rüstzeiten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf:<br />**37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr<br />1.800 / 12 = 150 Std./Monat**<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung des Maschinenstundensatzes</span><br />Maschinenstundensatz = **Maschinenabhängige FGK / Maschinenlaufzeit**<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:</span><br />Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 &#8364;, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 &#8364;. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 &#8364; pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 &#8364;. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 &#8364; im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 &#8364;. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 &#8364; im Monat.<br />Als Fixkosten gelten:<br />80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.<br />Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.<br />Anmerkung:<br />&#8226; Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)<br />&#8226; Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).<br />
| variable Kosten pro MSS = **7.490 / 160 = 46,81**<br />fixe Kosten pro MSS = **5.600 / 160 = 35,00**<br />insgesamt = **7.490 / 160 + 6.500 / 160 = 46,81 + 35,00 = 81,81**<br />Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:<br />MSS = **7.490 / 160 + 5.600 / 320 = 46,81 + 17,5 = 64,31**<br />Werden auf einer Maschine nun **verschiedene** Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.<br />Benötigt das Produkt X die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt Y 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so werden bei der Kalkulation von X lediglich **50%** des MSS und bei Produkt Y **100%** angesetzt.<br /><span style="text-decoration:underline;">Maschinenkosten im Kalkulationsschema</span><br />Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen (Beispiel mit zwei Maschinen):<br />Materialeinzelkosten<br />+ Materialgemeinkosten<br />+ Fertigungseinzelkosten<br />+ Fertigungsgemeinkosten I (nur Restgemeinkosten)<br />+ Maschinenkosten der Maschine A<br />+ Maschinenkosten der Maschine B<br />= Herstellkosten<br />+ Verwaltungsgemeinkosten<br />+ Vertriebsgemeinkosten<br />= Selbstkosten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />1. <br />Die Kosten- und Leistungsrechnung hat für das Erzeugnis X im Monat Dezember folgende Werte ermittelt:<br />Verrechnete Maschinenkosten: 40.940<br />Fertigungslöhne: 16.000<br />Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.160<br />Normal-Herstellungskosten der Abrechnungsperiode: 163.340<br />Normal-Selbstkosten des Umsatzes: 212.760<br />Bestandsmehrung FE: 3.000<br />Normalzuschlagsätze:<br />Material: 15%<br />Fertigung: Rest-FGK 90 %<br />Verwaltung/Vertrieb: 30%<br />a) Berechnen Sie den Verbrauch an Fertigungsmaterial im Dezember.<br />b) Ermitteln Sie für Dezember die Art der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.<br />c) Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?<br /> |
| WEITERARBEIT HIER<br />
| Aufgaben<br />**1.** <br />Ein Unternehmen setzt bei der Herstellung des Produktes A eine Maschine ein. Folgende Daten sind bekannt:<br />Anschaffungskosten: 1.200.000 Euro<br />Nutzungsdauer bei gleichmäßigem Nutzungsverlauf: 10 Jahre<br />Wiederbeschaffungskosten einer gleichwertigen Maschine: 1.800.000 Euro<br />kalkulatorische Zinsen (Bemessungsgrundlage: AK): 7%<br />Maschinenbedienungskosten pro Produktionsstunde: 40 Euro<br />Energiekosten pro Produktionsstunde: 20 Euro<br />Produktionsstillstandsversicherung pro Halbjahr: 4.800 Euro<br />Stellfläche 40 qm, Kostensatz pro qm und Monat: 20 Euro<br />**Errechnen Sie den Maschinenstundensatz bei einer jährlichen Produktionsleistung von<br /> -2.000 Stunden<br /> -2.500 Stunden<br />Worauf sind die unterschiedlichen Ergebnisse bei den verschiedenen Maschinenlaufzeiten zurückzuführen?**<br />
| Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von &#8230;<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf... <br />**4.** <br />Die Firma &#8222;Bratwurst&#8220; KG unterhält ein computergesteuertes Fertigungszentrum, das Rind- und Schweinefleisch automatisch hackt, würzt und schließlich zu Bratwürsten verarbeitet. Folgende Daten liegen Ihnen aus dem Rechnungswesen vor:<br />* Das Bearbeitungszentrum kostete ursprünglich 82.000 &#8364;, es wird angenommen, dass das Bearbeitungszentrum nach 8 Jahren Nutzungsdauer nur noch mit 5.000 &#8364; verkauft werden kann, ein neues Fertigungszentrum wird voraussichtlich 10 % teurer sein.<br />* Das Wurst-Fertigungszentrum benötigt 26 qm Platz, die Monatsmiete für Ihre Fabrikhalle beträgt 20 &#8364;/qm.<br />* Der Stromverbrauch beträgt 26 kW in der Stunde. Die Kilowatt-Stunde kostet 23 Cent.<br />* Die Wartungs- und Reinigungskosten belaufen sich auf 150 &#8364; im Monat.<br />* Es fallen zudem Hilfslöhne in Höhe von 400 &#8364; je Monat an.<br />* Die sonstigen Gemeinkosten belaufen sich auf 12.000 &#8364; im Jahr.<br />Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 1.600 Stunden im Jahr. Zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen verwenden Sie einen Zinssatz von 4 %.<br />
>>>>>>>>>>> **[Zurück zur Auswahl](KostenrechnungTutorienWS201314)**
Hier findet ihr die Lösungenzum Tutorium zur Maschinenstundensatzrechnung.
{{files}}
Revision [54adfa7]
Bearbeitet am 2016-02-23 17:30:23 von Jorina Lossau
ADDITIONS
### Tutorium Kostenrechnung
#### Maschinenstundensatzrechnung - Lösungen
| |
| +| Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht.<br />Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht.<br />Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:<br />&#8226; Kalkulatorische Abschreibungen<br />&#8226; Kalkulatorische Zinsen<br />&#8226; Energiekosten<br />&#8226; Reparaturkosten<br />&#8226; Wartungskosten<br />Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.<br />Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in <br />**maschinenabhängige und maschinenunabhängige**<br />Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:<br />a) Maschinenkosten: direkt maschinenabhängige FGK:z. B. kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen<br />b) Rest-FGK: Hilfs-/Betriebsstoffe, Steuern, Versicherungen<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung der Maschinenlaufzeit</span><br />Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.<br />Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine **tatsächlich** läuft.<br />Die **Maschinenzeit** ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.<br />Berechnung der Maschinenzeit:<br />**365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)**<br />Die Stillstandszeit umfasst:<br />&#8226; Arbeitsfreie Tage im Jahr<br />&#8226; Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)<br />&#8226; Betriebsbedingte Stillstandszeiten (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)<br />&#8226; Auftragsbedingte Rüstzeiten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf:<br />**37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr<br />1.800 / 12 = 150 Std./Monat**<br /><span style="text-decoration:underline;">Ermittlung des Maschinenstundensatzes</span><br />Maschinenstundensatz = **Maschinenabhängige FGK / Maschinenlaufzeit**<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:</span><br />Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 &#8364;, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 &#8364;. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 &#8364; pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 &#8364;. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 &#8364; im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 &#8364;. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 &#8364; im Monat.<br />Als Fixkosten gelten:<br />80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.<br />Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.<br />Anmerkung:<br />&#8226; Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)<br />&#8226; Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).<br />
| | gesamt | fix | variabel | Berechnung |
| +| kalk. AfA | **1250** | **1000** | **250** | **150.000/10/12 = 1.250**
| kalk. Zinsen | **500** | **500** | | **50.000*0,12/12 = 500**
| Instandhaltung | **10.000** | **3000** | **7000**
| Platzkosten | **1000** | **1000** |
| Grundgebühr | **100** | **100** |
| Variable Energiekosten | **40** | | **40**
| Betriebsstoffe | **200** | | **200**
| Summe | **13.090** | **5600** | **7490**
| variable Kosten pro MSS = **7.490 / 160 = 46,81**<br />fixe Kosten pro MSS = **5.600 / 160 = 35,00**<br />insgesamt = **7.490 / 160 + 6.500 / 160 = 46,81 + 35,00 = 81,81**<br />Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:<br />MSS = **7.490 / 160 + 5.600 / 320 = 46,81 + 17,5 = 64,31**<br />Werden auf einer Maschine nun **verschiedene** Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.<br />Benötigt das Produkt X die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt Y 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so werden bei der Kalkulation von X lediglich **50%** des MSS und bei Produkt Y **100%** angesetzt.<br /><span style="text-decoration:underline;">Maschinenkosten im Kalkulationsschema</span><br />Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen (Beispiel mit zwei Maschinen):<br />Materialeinzelkosten<br />+ Materialgemeinkosten<br />+ Fertigungseinzelkosten<br />+ Fertigungsgemeinkosten I (nur Restgemeinkosten)<br />+ Maschinenkosten der Maschine A<br />+ Maschinenkosten der Maschine B<br />= Herstellkosten<br />+ Verwaltungsgemeinkosten<br />+ Vertriebsgemeinkosten<br />= Selbstkosten<br /><span style="text-decoration:underline;">Beispiel:</span><br />1. <br />Die Kosten- und Leistungsrechnung hat für das Erzeugnis X im Monat Dezember folgende Werte ermittelt:<br />Verrechnete Maschinenkosten: 40.940<br />Fertigungslöhne: 16.000<br />Sondereinzelkosten des Vertriebs: 2.160<br />Normal-Herstellungskosten der Abrechnungsperiode: 163.340<br />Normal-Selbstkosten des Umsatzes: 212.760<br />Bestandsmehrung FE: 3.000<br />Normalzuschlagsätze:<br />Material: 15%<br />Fertigung: Rest-FGK 90 %<br />Verwaltung/Vertrieb: 30%<br />a) Berechnen Sie den Verbrauch an Fertigungsmaterial im Dezember.<br />b) Ermitteln Sie für Dezember die Art der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.<br />c) Welche Ursache könnte eine Kostenunterdeckung bei den Maschinenkosten haben?<br /> |
| +| WEITERARBEIT HIER<br />
| Aufgaben<br />**1.** <br />Ein Unternehmen setzt bei der Herstellung des Produktes A eine Maschine ein. Folgende Daten sind bekannt:<br />Anschaffungskosten: 1.200.000 Euro<br />Nutzungsdauer bei gleichmäßigem Nutzungsverlauf: 10 Jahre<br />Wiederbeschaffungskosten einer gleichwertigen Maschine: 1.800.000 Euro<br />kalkulatorische Zinsen (Bemessungsgrundlage: AK): 7%<br />Maschinenbedienungskosten pro Produktionsstunde: 40 Euro<br />Energiekosten pro Produktionsstunde: 20 Euro<br />Produktionsstillstandsversicherung pro Halbjahr: 4.800 Euro<br />Stellfläche 40 qm, Kostensatz pro qm und Monat: 20 Euro<br />**Errechnen Sie den Maschinenstundensatz bei einer jährlichen Produktionsleistung von<br /> -2.000 Stunden<br /> -2.500 Stunden<br />Worauf sind die unterschiedlichen Ergebnisse bei den verschiedenen Maschinenlaufzeiten zurückzuführen?**<br />
|
| |
| +| Die folgende Übersicht zeigt die Einteilung der maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten in fixe und variable Gemeinkosten auf der Grundlage einer Beschäftigung von 150 Laufstunden im Monat:<br />
| Maschinenabh. Fert. GK | gesamt | fix | variabel | variabel pro Stück |
| +| kalk. Afa | 2.000 | 2.000 | - | -
| kalk. Zins | 800 | 800 | - | -
| Energie | 400 | 40 | 360 | 2,40
| Platzkosten | 3.000 | 3.000 | - | -
| Reparatur | 1.250 | 350 | 900 | 6,00
| Werkzeuge | 200 | 200 | - | -
| Betriebsstoffe | 750 | - | 750 | 5,00
| Summen | 8.400 | 6.390 | 2.010 | 13,40
| |
| +| Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von &#8230;<br />Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf... <br />**4.** <br />Die Firma &#8222;Bratwurst&#8220; KG unterhält ein computergesteuertes Fertigungszentrum, das Rind- und Schweinefleisch automatisch hackt, würzt und schließlich zu Bratwürsten verarbeitet. Folgende Daten liegen Ihnen aus dem Rechnungswesen vor:<br />* Das Bearbeitungszentrum kostete ursprünglich 82.000 &#8364;, es wird angenommen, dass das Bearbeitungszentrum nach 8 Jahren Nutzungsdauer nur noch mit 5.000 &#8364; verkauft werden kann, ein neues Fertigungszentrum wird voraussichtlich 10 % teurer sein.<br />* Das Wurst-Fertigungszentrum benötigt 26 qm Platz, die Monatsmiete für Ihre Fabrikhalle beträgt 20 &#8364;/qm.<br />* Der Stromverbrauch beträgt 26 kW in der Stunde. Die Kilowatt-Stunde kostet 23 Cent.<br />* Die Wartungs- und Reinigungskosten belaufen sich auf 150 &#8364; im Monat.<br />* Es fallen zudem Hilfslöhne in Höhe von 400 &#8364; je Monat an.<br />* Die sonstigen Gemeinkosten belaufen sich auf 12.000 &#8364; im Jahr.<br />Ermitteln Sie den Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 1.600 Stunden im Jahr. Zur Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen verwenden Sie einen Zinssatz von 4 %.<br />
>>>>>>>>>>> **[Zurück zur Auswahl](KostenrechnungTutorienWS201314)**
Revision [8774fec]
Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde von JulianHölzer am 2013-12-06 16:43:02 erstellt
ADDITIONS
Hier findet ihr die Lösungenzum Tutorium zur Maschinenstundensatzrechnung.
{{files}}