Revision [984be60]
Letzte Änderung am 2015-06-29 17:02:45 durch ChristianeUri
ADDITIONS
## <span style="color:black">4. Lernmedien am Beispiel des Studiengangs Wirtschaftsrecht</span>
Das Thema Lernmedien ist vor allem in juristischen Studiengängen sehr problematisch. In kaum einem anderen Studiengang wird der Student mit einer derartigen Masse an Lernmedien konfrontiert. Die besondere Schwierigkeit besteht darin, die zur gezielten Prüfungsvorbereitung geeigneten Medien auszuwählen. Wird dabei der Bogen überspannt, so gerät der Student in Zeitnot und kann nicht alle Prüfungsrelevanten Themen erarbeiten. Hält man sich allerdings an Medien, die einige Inhalte zu kurz behandeln oder gar auslassen, so besteht die Gefahr, dass besonders in der Klausur Wissenslücken bestehen. Der Student sollte also die ihm ** _zur Verfügung stehenden Lernmedien sinnvoll kombinieren und effektiv nutzen_ **, dann steht einer optimalen Prüfungsvorbereitung nichts im Wege.
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##### A. <span style="color:black">Gedruckte Medien</span>

>>Die Beliebtheit von gedruckten Medien bei den Studenten, ist trotz des enormen elektronischen Angebotes weiterhin
>>ungebrochen. Insgesamt kann die ** _juristische Literatur in 5 Gattungen untergliedert_ **werden. Hierzu zählen in erster
>>Linie ** _Gesetzestexte_ **. Weiterhin wichtig für die Studenten sind die Darstellungen zu den Lehrveranstaltungen, diese
>>findet man in ** _Lehrbüchern_ ** sowie in den jeweiligen ** _Vorlesungsskripten_ **. Für den praktisch tätigen Juristen sind
>> ** _Kommentare und Handbücher_ ** unerlässlich, bei den Studenten werden diese zumeist für Hausarbeiten sowie
>>Abschlussarbeiten (Bachelor-Master Thesis) verwendet. ** _Monographien_ ** sind für die Prüfungsvorbereitung eher
>>ungeeignet, von den Studenten werden sie daher nur selten berücksichtigt. Die letzte Literaturgattung bilden ** _Juristische
>>Zeitschriften, Aufsätze und Festschriften_ **. Besonders die beiden erstgenannten Lernmedien erfreuen sich
>>bei den Studenten, speziell während der Prüfungsvorbereitung, großer Beliebtheit. In den höheren Semestern sind sie für
>>eine korrekte und umfassende Prüfungsvorbereitung unerlässlich.

>>><span style="text-decoration:underline;">**1. Gesetzestexte:</span>**
>>>Gesetzestexte sind der Ausgangspunkt der juristischen Arbeit. Es handelt sich hierbei um ** _abstrakt generelle
>>>Normen, die sich an eine Vielzahl von Adressaten richten_ **. Der Student hat in der Klausur die Aufgabe, die richtige
>>>Rechtsnorm zur Lösung des gestellten Klausurfalles zu finden. Dabei handelt es sich in der Regel um einen
>>>Anspruch. Danach werden die Tatbestandsvoraussetzungen der Anspruchsgrundlage entnommen und subsummiert.
>>>Schlussendlich müssen die Rechtsfolgen der jeweiligen Anspruchsgrundlage entnommen werden, diese sollten mit
>>>dem Gewollten des fiktiven Klägers im Klausurfall übereinstimmen (Schadenersatz, Kaufpreiszahlung). Bei den
>>>Gesetzestexten handelt es sich um ein Literaturmedium, welches zweifellos ** _zur optimalen Prüfungsvorbereitung
>>>notwendig_ ** ist. Viele Studenten lernen allerdings komplett losgelöst von Gesetzestexten und sind nach der Klausur
>>>über deren tatsächlichen Inhalt verwundert. Um dies zu verhindern, sollten sich die Studenten folgendes bewusst
>>>machen. Der ** _Ausgangspunkt eines jeden juristischen Problems_ **ist eine Rechtsnorm, diese sollte von den
>>>Studenten zuerst bearbeitet werden und zwar in der oben beschriebenen Art und Weise. Sofern sich bei der Bearbeitung
>>>der Rechtsnorm Probleme ergeben, sollten andere Literaturmedien hinzugezogen werden.
>>>>>
>>><span style="text-decoration:underline;">**2. Lehrbücher/Skripte:</span>**
>>>Lehrbücher sowie Vorlesungsskripte sind für den Wirtschaftsrechtstudenten unerlässlich. Hier wird der ** _Stoff der
>>>Lehrveranstaltungen aufbereitet_ **und dem Studenten verständlich gemacht. Viele** _Lehrbücher orientieren sich
>>>nicht- oder nicht notwendigerweise am Gesetz,_ ** der Student sollte daher, zum genaueren Verständnis der
>>>Ausführungen im entsprechenden Lehrbuch, grundsätzlich mit den einschlägigen Rechtsnormen arbeiten (1).
>>> ** _Juristische Lehrbücher decken meist ganze Rechtsgebiete ab_ **, was sie von Monographien oder Handbüchern
>>>unterscheidet. Besonders abschreckend für Studenten sind dickleibige Lehrbücher mit großen Seitenzahlen,
>>>Kurzlehrbücher stehen bei vielen Studenten höher im Kurs. Dies mag vor allem an der zu geringen Vorbereitungszeit
>>>für Klausuren liegen. Ein enormer Nachteil von Kurzlehrbüchern ist jedoch die fehlende Redundanz (2), also das nicht
>>>Vorhandensein von eigentlich unnützen oder Zusatzinformationen, die in der Vorlesung nicht thematisiert werden und
>>>nicht Prüfungsrelevant sind. Solche Informationen sind aber notwendig und hilfreich um den zu erlernenden Stoff
>>>vollumfänglich zu verstehen. Der Griff zu umfangreichen Lehrbüchern ist also durchaus gerechtfertigt.

>>><span style="text-decoration:underline;">**3. Kommentare/Handbücher:</span>**
>>>Kommentare haben die ** _Hauptaufgabe Gesetzestexte zu erläutern_ **. Dabei folgen alle Kommentare demselben
>>>Aufbau. Zuerst wird die zu erläuternde ** _Rechtsnorm dargestellt_ **, ** _danach folgen die Kommentierungen_ **zu
>>>der entsprechenden Rechtsnorm. Die ** _Kommentierungen sind nicht immer vollständig_ **, einige Exemplare
>>>weisen nahezu die gesamte Rechtsprechung sowie die übrige Literatur nach (3), andere decken nur eine Teilmenge ab.
>>>Für die Prüfungsvorbereitung sind Kommentare nur bedingt geeignet, da sie eine enorme Stoffmenge abdecken
>>>und daher viel Zeit beanspruchen. Sinnvoller wäre hier der Griff zu einem umfangreichen Lehrbuch. Im Gegensatz zu
>>>einem Kommentar oder einem Lehrbuch, welche ganze Rechtsgebiete abdecken, ** _handelt es sich bei einem Handbuch
>>>um einen Randbereich_ **. Hier werden** _Themen/Probleme behandelt, die in Kommentaren und Lehrbüchern nur
>>>eine geringe Beachtung finden_ **. Für die Prüfungsvorbereitung sind solche Lernmedien eher ungeeignet.
>>>
>>><span style="text-decoration:underline;">**4. Monographien: </span>**
>>> ** _Monographische Literatur widmet sich ausführlich einem Einzelfall oder Einzelproblem_ ** (4).
>>>Bei Monographien ** _handelt_ ** es ** _sich um selbstständige Bücher_ **, sofern mehrere Bearbeiter
>>>existieren müssen sie bei der Erstellung zusammengewirkt haben. Der Student sollte entsprechende
>>>Literatur, auch im Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung, im Bücherregal stehen lassen.

>>><span style="text-decoration:underline;">**5. Juristische Zeitschriften/Festschriften/Aufsätze:</span>**
>>>Mit Einzelproblemen befassen sich auch zahllose Aufsätze, die in Sammelbänden als Festschriften oder als
>>>Tagungsschriften veröffentlicht werden (5). Sammelveröffentlichungen finden sich aber auch in juristischen
>>>Zeitschriften, die entweder alle Rechtsgebiete abdecken oder nur Teilgebiete. Für die Studenten interessant
>>>sind vor allem juristische Zeitschriften und Aufsätze, diese können mit Kurzlehrbüchern kombiniert werden.

>>
##### B. <span style="color:black">elektronische Medien</span>

>>Für einen Student der Rechtswissenschaften aber auch für Wirtschaftsrecht-Studenten sind insbesondere zwei
>>elektronische Medien relevant. Zum einen das Internet aber auch zunehmend Datenbanken.

>>><span style="text-decoration:underline;">**1. Internet:</span>**
>>>Das Internet ** _dient_ ** dabei ** _zum einen als Nachschlagewerk, sofern Wortbedeutungen unklar sind sowie als
>>>elektronische Bibliothek_ **aufgrund der enormen Anzahl an elektronischen Büchern. Die Kombination vom
>>>Lernmedium Internet mit Lehrbüchern erspart manchen Gang zur Bibliothek und macht das Lernen für die Klausur
>>>effektiver.

>>><span style="text-decoration:underline;">**2. Datenbanken:</span>**
>>>Datenbanken erfüllen grundsätzlich den Zweck, ** _enorm große Datenvolumen zu verwalten und dadurch für
>>>jedermann nutzbar zu machen_ **. Der Wirtschaftsrecht-Student kann dabei zwischen vielen verschiedenen
>>>Alternativen wählen. ** _Zwei Datenbanken sind für eine gute Prüfungsvorbereitung_ **aber auch für Haus- und
>>>Abschlussarbeiten zwingend ** _zu berücksichtigen_ **. Die Datenbank ** _Juris_ **, ** _welche eine Vielzahl von
>>>Gerichtsentscheidungen, mit Nachweisen der Monographischen und Aufsatzliteratur, enthält_ **. Weiterhin
>>>erwähnenswert ist die Datenbank ** _Beck-Online_ **, in dieser findet man ** _sämtliche juristische Literatur in
>>>digitalisierter Form_ **. Die beiden beschriebenen Datenbanken lassen sich hervorragend mit gedruckten Medien
>>>kombinieren. Da sie speziell für Juristen entwickelt wurden, weisen sie im Gegensatz zum Internet eine höhere
>>>inhaltliche Bandbreite auf. Datenbanken, insbesondere die beiden beschriebenen, haben allerdings ** _einen
>>>enormen Nachteil_ **. Um sie** _voll nutzen zu können bedarf es eines teuren Anschlusses_ **, der für viele
>>>Studenten kaum erschwinglich ist. Um diesem Problem entgegenzuwirken, sind heute alle juristisch orientierten
>>>Bibliotheken mit einem Zugang zu den genannten Datenbanken ausgestattet. Trotz dieser Ausstattung bleibt der
>>>Zugangspunkt für die Studenten beschränkt und ist nicht wie beispielsweise beim Internet überall möglich.

>>
##### C. <span style="color:black">Alternative Medien</span> _Vorlesungen_ gelten bei den Studenten als eher langweilig und wenig wissensvermittelnd. Sofern man diese
>>allerdings mit anderen Lernmedien verbindet, wird man feststellen wie sich der Lernerfolg durch den regelmäßigen Gang
>>zur Vorlesung verbessert. Vorlesungen werden in der Regel frontal durchgeführt, dies bedeutet, der Professor hält einen
>>90 minütigen Vortrag über ein bestimmtes Thema. Die Studenten werden dabei nur unzureichend einbezogen, dies führt
>>dazu, dass einige Teile der Vorlesung von den Studenten nicht verstanden werden. Um nun zu begreifen warum sich der
>>Gang zur Vorlesung trotzdem lohnt, muss man sich das menschliche Gehirn als ein riesiges Wissensnetz vorstellen. In
>>diesem Netz existieren bestimmte Knotenpunkt die alle miteinander verknüpft sind. Sofern man an der Vorlesung
>>teilgenommen hat, werden bereits bestimmte Knotenpunkt erstellt, diese Punkte sind allerdings noch nicht mit dem bereits
>>vorhandenen Wissensnetz verknüpft. Die Verknüpfung geschieht dann durch das Lesen von Lehrbüchern, Kommentaren
>>oder Ausätzen. ** _Tutorien_ ** dienen der Übung des in der Vorlesung behandelten Stoffes. Der ** _entscheidende
>>Vorteil_ **eines Tutoriums ist, dass** _der Lernstoff wiederholt und die Studenten einbezogen werden_ **, dadurch
>>können mögliche Unklarheiten sofort bereinigt werden. Ein weiteres alternatives Lernmedium ist die Lerngruppe. Der
>> ** _entscheidende Vorteil bei Lerngruppen ist es, das jeder profitieren kann_ **. Der zu erlernende Lernstoff wird reflektiert.
>>Auf den schwächeren Studenten kann aufgrund der Gruppenstärke individuell eingegangen werden. Der leistungsstärkere
>>Student kann den bereits erlernten Stoff nochmals wiederholen, was zur weiteren Festigung beiträgt.

>>
##### D. <span style="color:black">Kombinationsmöglichkeiten</span>
>>![image](/uploads/Lernmedien4Ziller/Bild1.jpg)

[Hier gelangt Ihr zu den eigenen Erfahrungen.](ErfahrungenPruefung5alle)
(1) Skript Wirtschaftsjuristische Datenbanksysteme, Christiane Uri, Folie 12
(2) Das Jurastudium, Dagmar-Coester-Waltjen, S. 49
(3) Das Jurastudium, Dagmar-Coester-Waltjen, S. 50
(4) Das Jurastudium, Dagmar-Coester-Waltjen, S. 50
(5) Das Jurastudium, Dagmar-Coester-Waltjen, S. 50