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Letzte Änderung am 2019-11-26 23:52:29 durch Oksana Neopagitova
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# Betriebswirtschaftslehre 2 - Investitionsrechnung und Finanzierung - Kapitel 1 - Grundbegriffe

_<span class="right">Inhalte von Prof. Dr. Thomas Urban</p>_
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### 1.1 Investition und Finanzierung


>>* Investieren ist die Kernfunktion jedes Wirtschaftens
>>* Investition = Auszahlung für die Beschaffung von Gütern, deren Verwertung Einzahlungen erwarten lässt, die die Auszahlungen möglichst deutlich übersteigen
>>* Investition = Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter
>>* Beachte: Jede Investition hat spekulativen Charakter!
>>* aus der Unsicherheit über den Investitionserfolg resultiert auch eines der zentralen Probleme bei der Bewertung von Investitionen:
>>>* es lässt sich kein eindeutiger, für jedes Wirtschaftssubjekt gleichermaßen gültiger Wert zuordnen


>>* in der Literatur wird der Begriff "Investition" nicht einheitlich definiert.
>>>* im allgemeinen wirtschaftlichen Sprachgebrauch ist Investition = Kapitalverwendung = langfristige Kapitalanlage zur Gewinnerzielung


>>* unter betriebswirtschaftlichen Aspekten werden bei den Fassungen des Investitionsbegriffs zwei Gruppen unterschieden,
>>>* die **finanzwirtschaftliche (monetäre) Fassung** und
>>>* die **leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Fassung** des Investitionsbegriffs.




### Finanzwirtschaftlicher (Zahlungsorientierter) Investitionsbegriff


>>* es sind lediglich die mit einer Investition verbundenen Ein- und Auszahlungen relevant (<span style="text-decoration:underline;">finanzwirtschaftlicher Aspekt</span>)
>>* eine Investition wird durch einen Zahlungsstrom charakterisiert, der mit einer investitionsbedingten Auszahlung beginnt, der in späteren Perioden Einzahlungen folgen


![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2001.gif?width=400)

>>* eine Investition liegt immer dann vor, wenn positive Beiträge hingegeben werden, um künftig höhere positive Beiträge zu erlangen




### Der leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Investitionsbegriff


>>* Vertreter dieser Richtung gehen bei ihrer Fassung des Investitionsbegriffes von den **Güterströmen**im betrieblichen Wertekreislauf aus und sehen eine Investition immer dann als gegeben an, wenn Zunahme des **Realvermögens** stattgefunden hat
>>* Danach stellt eine Investition die langfristige Festlegung finanzieller Mittel
>>>* im Anlagevermögen, immaterielle Vermögensgegenstände (Patente, F&E, Sozialleistungen), Sachanlagen (Grundstücke, Maschinen, Gebäude, Einrichtungen)
>>>* im Umlaufvermögen (weniger!) dar, um hieraus in der Regel künftig (Mehr-)Einnahmen zu erzielen.


**Aber beachte:**

>>* auch die Ausgabe (Anlage) von Geld für Beteiligungen, Wert papieren aller Art (Aktien, Obligationen, Investmentzertifikate etc.) oder gewährten Krediten sind als Investitionen interpretierbar
>>* daher folgender zu vertretender Standpunkt:
>>>* **Investition ist jede Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter**


Nach dem Wirtschaftsgut, dass man durch die Geldausgabe (Kauf) erhält, werden die Investitionen unterschieden in:
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2002.gif?width=600)




### Finanzierung


>>* engsten Fassung = Finanzierung bezeichnet die Beschaffung von Kapital
>>* daneben hat sich ein an Zahlungsströmen orientierter monetärer Finanzierungsbegriff herausgebildet,
>>>* statt Kapitalveränderungen stehen Geldströme im Vordergrund
>>* daher wird unter **Finanzierung die Gesamtheit der Zahlungsmittelzuflüsse (Einzahlungen) und die beim Zugang nicht monetärer Güter vermiedenen Zahlungsmittelabflüsse (Auszahlungen)** verstanden
>>* Investitionen lassen sich nicht losgelöst von Finanzierungs überlegungen beurteilen




### Unterschied Finanzierung - Investition

![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2003.gif?width=500)




## 1.2 Investition als Entscheidungsprozess


>>* Gliederung der Funktionsbereiche in Unternehmen in:
>>>* **Beschaffung von Material und Arbeitsleistungen**,
>>>* **Transformationsprozesse**,
>>>* **Absatz**


>>* der Wertekreislauf, der sich in Erfüllung obiger Funktionen ergibt, lässt sich einteilen in:
>>>* **Güterströme**und
>>>* **Geldströme**.


>>* Geldströme: die den Güterströmen entgegenlaufenden **ausgabenrelevanten** und **einnahmenrelevanten Zahlungsströme**


![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2004.gif?width=700)


Welche betriebswirtschaftlichen Komponenten werden durch Investitionsentscheidungen beeinflusst?
>>* die Liquidität
>>* die Kostenstruktur (Relation zwischen fixen und variablen Kosten)
>>* die Ertragsstruktur (z. B. durch Art und Kapazität der Produktionsanlagen)


>>* Investitionsentscheidung = Wahlhandlung bezüglich einer Kapitalbindung bzw. einer Kapitalverwendung
>>* Inhalt der Investitionsentscheidung: in erster Linie Höhe des Investitionsbudgets, im weiteren die Verteilung der Investitionsmittel auf die Investitionsobjekte sowohl in sachlicher wie auch zeitlicher Hinsicht


>>* Unterscheidung in **echte**und **routinemäßige**Investitionsentscheidungen
>>>* bei **kleineren Rationalisierungsinvestitionen** oder **Ersatzinvestitionsvorhaben**erfolgt die Entscheidung über die Investitionshöhe **routinemäßig**
>>>* dabei werden häufig Faustregeln angewendet, anstelle von Verfahren der Investitionsbeurteilung
>>>* Vorgehensweise nur bei **unechten**Investitionsentscheidungen anwendbar
>>* alle **echten Investitionsentscheidungen** sind nicht delegierbare Führungsentscheidungen, und können nicht routinemäßig getroffen werden


>>* klassischen Investitionsrechenverfahren (Investitionskalküle) basieren auf vereinfachenden Standardannahmen Modellprämissen), die das Entscheidungsfeld einerseits transparenter, andererseits die realen praktischen Verhältnisse aber nur bedingt abbilden



##### a) Beschränkung auf die Entscheidungsphase


>>* Investitions- und Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen lassen sich in mehrere Phasen unterteilen
>>>* verlaufen nicht notwendigerweise hintereinander, sondern
>>>* können auch teilweise nebeneinander ablaufen.

![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2005.gif?width=500)



##### b) Beschränkung auf die quantifizierbaren Aspekte


>>* Beurteilung alternativer Investitionsprojekte erfolgt in der Regel auf Basis von Zahlungsströmen



##### c) Bestimmung der entscheidungsrelevanten Zahlungen und Zuordnung der Zahlungen zu Zeitpunkten
n

1. Inputgrößen der Investitionsrechnung sind Zahlungen
2. es müssen alle Zahlungen erfasst werden, die durch das zur Beurteilung anstehende Projekt verursacht werden
>>* eine Investition, die mit einer Auszahlung beginnt, der später nur noch Einzahlungen folgen, heißt **Normalinvestition**




##### Beispiele:

**Investition A:**
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2006.gif?width=400)

**Investition B:**
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2007.gif?width=400)


**Vorteilhaftigkeit der Investition ist abhängig von**

1. Höhe der Ein- und Auszahlungen
2. Zinssatz des Investors
3. zeitliche Verteilung der Zahlungen



##### d) Beschränkung der Analyse auf die Perspektive der Kapitalgeber


>>* die Investitions- und Finanzierungstheorie betrachtet Entscheidungen in erster Linie aus der Perspektive der Eigentümer
>>* weitere Unterstellung: Manager entscheiden und handeln stets im Interesse der Eigentümer




##### e) Unterstellung sicherer Erwartungen



>>* **Alle relevanten Konsequenzen** sind den Entscheidungsträgern bekannt.
>>* Im Hinblick auf die relevanten Konsequenzen sind die **möglichen Ausprägungen**(wie auch die dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten) &#8211; aber nicht alle möglichen - bekannt.




##### f) Unterstellung eines vollkommenen Kapitalmarktes



>>* im Rahmen der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln entstehen **keine Transaktionskosten**
>>* es sind keine Nichtteilbarkeitsbedingungen zu beachten


>>* alle Marktteilnehmer, Anleger wie Unternehmer, sind Preisnehmer
>>* alle Marktteilnehmer haben gleichen und kostenlosen Zugang zu allen relevanten Informationen über die bestehenden Möglichkeiten der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln am Kapitalmarkt
###
>>* es ist ein einheitlicher Marktzins existent &rArr; Sollzins gleich Habenzins
>>* aufgrund der Sicherheit der Erwartungen und der vollkommenen Information können alle Marktteilnehmer in unbeschränkter Weise zum Marktzinssatz i finanzielle Mittel aufnehmen
>>* Differenzierung zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung nicht notwendig
>>* es liegt vollkommener Kapitalmarkt vor




##### g) Abstraktion von Steuern und Inflation



>>* Steuern und Geldwertschwankungen (Inflation) spielen zwar eine zentrale Rolle &rArr; sie werden bei der grundlegenden Behandlung von Investitionen jedoch ausgeklammert




##### h) Unterstellung einer flachen Zinskurve



>>* Zinssätze für Kredite und Anlagen differieren im allgemeinen in Abhängigkeit von der Fristigkeit
>>* bei flacher Zinskurve wird angenommen: Zinssatz für kurzfristige Kredite unterscheidet sich nicht vom Zinssatz für langfristige Kredite
>>* es werden gleichbleibende Zinssätze im Zeitablauf unterstellt
DELETIONS
# Betriebswirtschaftslehre 2 - Investitionsrechnung und Finanzierung - Kapitel 1 - Grundbegriffe
_<span class="right">Inhalte von Prof. Dr. Thomas Urban</p>_
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### 1.1 Investition und Finanzierung
>>* Investieren ist die Kernfunktion jedes Wirtschaftens
>>* Investition = Auszahlung für die Beschaffung von Gütern, deren Verwertung Einzahlungen erwarten lässt, die die Auszahlungen möglichst deutlich übersteigen
>>* Investition = Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter
>>* Beachte: Jede Investition hat spekulativen Charakter!
>>* aus der Unsicherheit über den Investitionserfolg resultiert auch eines der zentralen Probleme bei der Bewertung von Investitionen:
>>>* es lässt sich kein eindeutiger, für jedes Wirtschaftssubjekt gleichermaßen gültiger Wert zuordnen
>>* in der Literatur wird der Begriff "Investition" nicht einheitlich definiert.
>>>* im allgemeinen wirtschaftlichen Sprachgebrauch ist Investition = Kapitalverwendung = langfristige Kapitalanlage zur Gewinnerzielung
>>* unter betriebswirtschaftlichen Aspekten werden bei den Fassungen des Investitionsbegriffs zwei Gruppen unterschieden,
>>>* die **finanzwirtschaftliche (monetäre) Fassung** und
>>>* die **leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Fassung** des Investitionsbegriffs.
### Finanzwirtschaftlicher (Zahlungsorientierter) Investitionsbegriff
>>* es sind lediglich die mit einer Investition verbundenen Ein- und Auszahlungen relevant (<span style="text-decoration:underline;">finanzwirtschaftlicher Aspekt</span>)
>>* eine Investition wird durch einen Zahlungsstrom charakterisiert, der mit einer investitionsbedingten Auszahlung beginnt, der in späteren Perioden Einzahlungen folgen
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2001.gif?width=400)
>>* eine Investition liegt immer dann vor, wenn positive Beiträge hingegeben werden, um künftig höhere positive Beiträge zu erlangen
### Der leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Investitionsbegriff
>>* Vertreter dieser Richtung gehen bei ihrer Fassung des Investitionsbegriffes von den **Güterströmen**im betrieblichen Wertekreislauf aus und sehen eine Investition immer dann als gegeben an, wenn Zunahme des **Realvermögens** stattgefunden hat
>>* Danach stellt eine Investition die langfristige Festlegung finanzieller Mittel
>>>* im Anlagevermögen, immaterielle Vermögensgegenstände (Patente, F&E, Sozialleistungen), Sachanlagen (Grundstücke, Maschinen, Gebäude, Einrichtungen)
>>>* im Umlaufvermögen (weniger!) dar, um hieraus in der Regel künftig (Mehr-)Einnahmen zu erzielen.
**Aber beachte:**
>>* auch die Ausgabe (Anlage) von Geld für Beteiligungen, Wert papieren aller Art (Aktien, Obligationen, Investmentzertifikate etc.) oder gewährten Krediten sind als Investitionen interpretierbar
>>* daher folgender zu vertretender Standpunkt:
>>>* **Investition ist jede Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter**
Nach dem Wirtschaftsgut, dass man durch die Geldausgabe (Kauf) erhält, werden die Investitionen unterschieden in:
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### Finanzierung
>>* engsten Fassung = Finanzierung bezeichnet die Beschaffung von Kapital
>>* daneben hat sich ein an Zahlungsströmen orientierter monetärer Finanzierungsbegriff herausgebildet,
>>>* statt Kapitalveränderungen stehen Geldströme im Vordergrund
>>* daher wird unter **Finanzierung die Gesamtheit der Zahlungsmittelzuflüsse (Einzahlungen) und die beim Zugang nicht monetärer Güter vermiedenen Zahlungsmittelabflüsse (Auszahlungen)** verstanden
>>* Investitionen lassen sich nicht losgelöst von Finanzierungs überlegungen beurteilen
### Unterschied Finanzierung - Investition
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2003.gif?width=500)
## 1.2 Investition als Entscheidungsprozess
>>* Gliederung der Funktionsbereiche in Unternehmen in:
>>>* **Beschaffung von Material und Arbeitsleistungen**,
>>>* **Transformationsprozesse**,
>>>* **Absatz**
>>* der Wertekreislauf, der sich in Erfüllung obiger Funktionen ergibt, lässt sich einteilen in:
>>>* **Güterströme**und
>>>* **Geldströme**.
>>* Geldströme: die den Güterströmen entgegenlaufenden **ausgabenrelevanten** und **einnahmenrelevanten Zahlungsströme**
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2004.gif?width=700)
Welche betriebswirtschaftlichen Komponenten werden durch Investitionsentscheidungen beeinflusst?
>>* die Liquidität
>>* die Kostenstruktur (Relation zwischen fixen und variablen Kosten)
>>* die Ertragsstruktur (z. B. durch Art und Kapazität der Produktionsanlagen)
>>* Investitionsentscheidung = Wahlhandlung bezüglich einer Kapitalbindung bzw. einer Kapitalverwendung
>>* Inhalt der Investitionsentscheidung: in erster Linie Höhe des Investitionsbudgets, im weiteren die Verteilung der Investitionsmittel auf die Investitionsobjekte sowohl in sachlicher wie auch zeitlicher Hinsicht
>>* Unterscheidung in **echte**und **routinemäßige**Investitionsentscheidungen
>>>* bei **kleineren Rationalisierungsinvestitionen** oder **Ersatzinvestitionsvorhaben**erfolgt die Entscheidung über die Investitionshöhe **routinemäßig**
>>>* dabei werden häufig Faustregeln angewendet, anstelle von Verfahren der Investitionsbeurteilung
>>>* Vorgehensweise nur bei **unechten**Investitionsentscheidungen anwendbar
>>* alle **echten Investitionsentscheidungen** sind nicht delegierbare Führungsentscheidungen, und können nicht routinemäßig getroffen werden
>>* klassischen Investitionsrechenverfahren (Investitionskalküle) basieren auf vereinfachenden Standardannahmen Modellprämissen), die das Entscheidungsfeld einerseits transparenter, andererseits die realen praktischen Verhältnisse aber nur bedingt abbilden
##### a) Beschränkung auf die Entscheidungsphase
>>* Investitions- und Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen lassen sich in mehrere Phasen unterteilen
>>>* verlaufen nicht notwendigerweise hintereinander, sondern
>>>* können auch teilweise nebeneinander ablaufen.
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##### b) Beschränkung auf die quantifizierbaren Aspekte
>>* Beurteilung alternativer Investitionsprojekte erfolgt in der Regel auf Basis von Zahlungsströmen
##### c) Bestimmung der entscheidungsrelevanten Zahlungen und Zuordnung der Zahlungen zu Zeitpunkten
n
1. Inputgrößen der Investitionsrechnung sind Zahlungen
2. es müssen alle Zahlungen erfasst werden, die durch das zur Beurteilung anstehende Projekt verursacht werden
>>* eine Investition, die mit einer Auszahlung beginnt, der später nur noch Einzahlungen folgen, heißt **Normalinvestition**
##### Beispiele:
**Investition A:**
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**Investition B:**
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**Vorteilhaftigkeit der Investition ist abhängig von**
1. Höhe der Ein- und Auszahlungen
2. Zinssatz des Investors
3. zeitliche Verteilung der Zahlungen
##### d) Beschränkung der Analyse auf die Perspektive der Kapitalgeber
>>* die Investitions- und Finanzierungstheorie betrachtet Entscheidungen in erster Linie aus der Perspektive der Eigentümer
>>* weitere Unterstellung: Manager entscheiden und handeln stets im Interesse der Eigentümer
##### e) Unterstellung sicherer Erwartungen
>>* **Alle relevanten Konsequenzen** sind den Entscheidungsträgern bekannt.
>>* Im Hinblick auf die relevanten Konsequenzen sind die **möglichen Ausprägungen**(wie auch die dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten) &#8211; aber nicht alle möglichen - bekannt.
##### f) Unterstellung eines vollkommenen Kapitalmarktes
>>* im Rahmen der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln entstehen **keine Transaktionskosten**
>>* es sind keine Nichtteilbarkeitsbedingungen zu beachten
>>* alle Marktteilnehmer, Anleger wie Unternehmer, sind Preisnehmer
>>* alle Marktteilnehmer haben gleichen und kostenlosen Zugang zu allen relevanten Informationen über die bestehenden Möglichkeiten der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln am Kapitalmarkt
###
>>* es ist ein einheitlicher Marktzins existent &rArr; Sollzins gleich Habenzins
>>* aufgrund der Sicherheit der Erwartungen und der vollkommenen Information können alle Marktteilnehmer in unbeschränkter Weise zum Marktzinssatz i finanzielle Mittel aufnehmen
>>* Differenzierung zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung nicht notwendig
>>* es liegt vollkommener Kapitalmarkt vor
##### g) Abstraktion von Steuern und Inflation
>>* Steuern und Geldwertschwankungen (Inflation) spielen zwar eine zentrale Rolle &rArr; sie werden bei der grundlegenden Behandlung von Investitionen jedoch ausgeklammert
##### h) Unterstellung einer flachen Zinskurve
>>* Zinssätze für Kredite und Anlagen differieren im allgemeinen in Abhängigkeit von der Fristigkeit
>>* bei flacher Zinskurve wird angenommen: Zinssatz für kurzfristige Kredite unterscheidet sich nicht vom Zinssatz für langfristige Kredite
>>* es werden gleichbleibende Zinssätze im Zeitablauf unterstellt
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Bearbeitet am 2013-08-27 19:58:02 von RonnyGertler
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### 1.1 Investition und Finanzierung
>>* Investieren ist die Kernfunktion jedes Wirtschaftens
>>* Investition = Auszahlung für die Beschaffung von Gütern, deren Verwertung Einzahlungen erwarten lässt, die die Auszahlungen möglichst deutlich übersteigen
>>* Investition = Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter
>>* Beachte: Jede Investition hat spekulativen Charakter!
>>* aus der Unsicherheit über den Investitionserfolg resultiert auch eines der zentralen Probleme bei der Bewertung von Investitionen:
>>>* es lässt sich kein eindeutiger, für jedes Wirtschaftssubjekt gleichermaßen gültiger Wert zuordnen
>>* in der Literatur wird der Begriff "Investition" nicht einheitlich definiert.
>>>* im allgemeinen wirtschaftlichen Sprachgebrauch ist Investition = Kapitalverwendung = langfristige Kapitalanlage zur Gewinnerzielung
>>* unter betriebswirtschaftlichen Aspekten werden bei den Fassungen des Investitionsbegriffs zwei Gruppen unterschieden,
>>>* die **finanzwirtschaftliche (monetäre) Fassung** und
>>>* die **leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Fassung** des Investitionsbegriffs.
### Finanzwirtschaftlicher (Zahlungsorientierter) Investitionsbegriff
>>* es sind lediglich die mit einer Investition verbundenen Ein- und Auszahlungen relevant (<span style="text-decoration:underline;">finanzwirtschaftlicher Aspekt</span>)
>>* eine Investition wird durch einen Zahlungsstrom charakterisiert, der mit einer investitionsbedingten Auszahlung beginnt, der in späteren Perioden Einzahlungen folgen
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>>* eine Investition liegt immer dann vor, wenn positive Beiträge hingegeben werden, um künftig höhere positive Beiträge zu erlangen
### Der leistungswirtschaftliche (güterwirtschaftliche) Investitionsbegriff
>>* Vertreter dieser Richtung gehen bei ihrer Fassung des Investitionsbegriffes von den **Güterströmen**im betrieblichen Wertekreislauf aus und sehen eine Investition immer dann als gegeben an, wenn Zunahme des **Realvermögens** stattgefunden hat
>>* Danach stellt eine Investition die langfristige Festlegung finanzieller Mittel
>>>* im Anlagevermögen, immaterielle Vermögensgegenstände (Patente, F&E, Sozialleistungen), Sachanlagen (Grundstücke, Maschinen, Gebäude, Einrichtungen)
>>>* im Umlaufvermögen (weniger!) dar, um hieraus in der Regel künftig (Mehr-)Einnahmen zu erzielen.
**Aber beachte:**
>>* auch die Ausgabe (Anlage) von Geld für Beteiligungen, Wert papieren aller Art (Aktien, Obligationen, Investmentzertifikate etc.) oder gewährten Krediten sind als Investitionen interpretierbar
>>* daher folgender zu vertretender Standpunkt:
>>>* **Investition ist jede Umwandlung von Geld in andere Wirtschaftsgüter**
Nach dem Wirtschaftsgut, dass man durch die Geldausgabe (Kauf) erhält, werden die Investitionen unterschieden in:
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### Finanzierung
>>* engsten Fassung = Finanzierung bezeichnet die Beschaffung von Kapital
>>* daneben hat sich ein an Zahlungsströmen orientierter monetärer Finanzierungsbegriff herausgebildet,
>>>* statt Kapitalveränderungen stehen Geldströme im Vordergrund
>>* daher wird unter **Finanzierung die Gesamtheit der Zahlungsmittelzuflüsse (Einzahlungen) und die beim Zugang nicht monetärer Güter vermiedenen Zahlungsmittelabflüsse (Auszahlungen)** verstanden
>>* Investitionen lassen sich nicht losgelöst von Finanzierungs überlegungen beurteilen
### Unterschied Finanzierung - Investition
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## 1.2 Investition als Entscheidungsprozess
>>* Gliederung der Funktionsbereiche in Unternehmen in:
>>>* **Beschaffung von Material und Arbeitsleistungen**,
>>>* **Transformationsprozesse**,
>>>* **Absatz**
>>* der Wertekreislauf, der sich in Erfüllung obiger Funktionen ergibt, lässt sich einteilen in:
>>>* **Güterströme**und
>>>* **Geldströme**.
>>* Geldströme: die den Güterströmen entgegenlaufenden **ausgabenrelevanten** und **einnahmenrelevanten Zahlungsströme**
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Welche betriebswirtschaftlichen Komponenten werden durch Investitionsentscheidungen beeinflusst?
>>* die Liquidität
>>* die Kostenstruktur (Relation zwischen fixen und variablen Kosten)
>>* die Ertragsstruktur (z. B. durch Art und Kapazität der Produktionsanlagen)
>>* Investitionsentscheidung = Wahlhandlung bezüglich einer Kapitalbindung bzw. einer Kapitalverwendung
>>* Inhalt der Investitionsentscheidung: in erster Linie Höhe des Investitionsbudgets, im weiteren die Verteilung der Investitionsmittel auf die Investitionsobjekte sowohl in sachlicher wie auch zeitlicher Hinsicht
>>* Unterscheidung in **echte**und **routinemäßige**Investitionsentscheidungen
>>>* bei **kleineren Rationalisierungsinvestitionen** oder **Ersatzinvestitionsvorhaben**erfolgt die Entscheidung über die Investitionshöhe **routinemäßig**
>>>* dabei werden häufig Faustregeln angewendet, anstelle von Verfahren der Investitionsbeurteilung
>>>* Vorgehensweise nur bei **unechten**Investitionsentscheidungen anwendbar
>>* alle **echten Investitionsentscheidungen** sind nicht delegierbare Führungsentscheidungen, und können nicht routinemäßig getroffen werden
>>* klassischen Investitionsrechenverfahren (Investitionskalküle) basieren auf vereinfachenden Standardannahmen Modellprämissen), die das Entscheidungsfeld einerseits transparenter, andererseits die realen praktischen Verhältnisse aber nur bedingt abbilden
##### a) Beschränkung auf die Entscheidungsphase
>>* Investitions- und Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen lassen sich in mehrere Phasen unterteilen
>>>* verlaufen nicht notwendigerweise hintereinander, sondern
>>>* können auch teilweise nebeneinander ablaufen.
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2005.gif?width=500)
##### b) Beschränkung auf die quantifizierbaren Aspekte
>>* Beurteilung alternativer Investitionsprojekte erfolgt in der Regel auf Basis von Zahlungsströmen
##### c) Bestimmung der entscheidungsrelevanten Zahlungen und Zuordnung der Zahlungen zu Zeitpunkten
n
1. Inputgrößen der Investitionsrechnung sind Zahlungen
2. es müssen alle Zahlungen erfasst werden, die durch das zur Beurteilung anstehende Projekt verursacht werden
>>* eine Investition, die mit einer Auszahlung beginnt, der später nur noch Einzahlungen folgen, heißt **Normalinvestition**
##### Beispiele:
**Investition A:**
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2006.gif?width=400)
**Investition B:**
![image](/uploads/Bwl201Grundlagen/bwl2007.gif?width=400)
**Vorteilhaftigkeit der Investition ist abhängig von**
1. Höhe der Ein- und Auszahlungen
2. Zinssatz des Investors
3. zeitliche Verteilung der Zahlungen
##### d) Beschränkung der Analyse auf die Perspektive der Kapitalgeber
>>* die Investitions- und Finanzierungstheorie betrachtet Entscheidungen in erster Linie aus der Perspektive der Eigentümer
>>* weitere Unterstellung: Manager entscheiden und handeln stets im Interesse der Eigentümer
##### e) Unterstellung sicherer Erwartungen
>>* **Alle relevanten Konsequenzen** sind den Entscheidungsträgern bekannt.
>>* Im Hinblick auf die relevanten Konsequenzen sind die **möglichen Ausprägungen**(wie auch die dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten) &#8211; aber nicht alle möglichen - bekannt.
##### f) Unterstellung eines vollkommenen Kapitalmarktes
>>* im Rahmen der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln entstehen **keine Transaktionskosten**
>>* es sind keine Nichtteilbarkeitsbedingungen zu beachten
>>* alle Marktteilnehmer, Anleger wie Unternehmer, sind Preisnehmer
>>* alle Marktteilnehmer haben gleichen und kostenlosen Zugang zu allen relevanten Informationen über die bestehenden Möglichkeiten der Aufnahme bzw. der Anlage von finanziellen Mitteln am Kapitalmarkt
###
>>* es ist ein einheitlicher Marktzins existent &rArr; Sollzins gleich Habenzins
>>* aufgrund der Sicherheit der Erwartungen und der vollkommenen Information können alle Marktteilnehmer in unbeschränkter Weise zum Marktzinssatz i finanzielle Mittel aufnehmen
>>* Differenzierung zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung nicht notwendig
>>* es liegt vollkommener Kapitalmarkt vor
##### g) Abstraktion von Steuern und Inflation
>>* Steuern und Geldwertschwankungen (Inflation) spielen zwar eine zentrale Rolle &rArr; sie werden bei der grundlegenden Behandlung von Investitionen jedoch ausgeklammert
##### h) Unterstellung einer flachen Zinskurve
>>* Zinssätze für Kredite und Anlagen differieren im allgemeinen in Abhängigkeit von der Fristigkeit
>>* bei flacher Zinskurve wird angenommen: Zinssatz für kurzfristige Kredite unterscheidet sich nicht vom Zinssatz für langfristige Kredite
>>* es werden gleichbleibende Zinssätze im Zeitablauf unterstellt
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